Herstellerneutrale Auswahlhilfe · Stand September 2026

E-Rechnungssoftware auswählen: So findest du die passende Lösung

Die beste E-Rechnungssoftware ist nicht automatisch das Programm mit den meisten Funktionen. Entscheidend ist, ob sie zu deinem Rechnungsprozess, deiner Buchhaltung, deinen Schnittstellen und deinen Geschäftspartnern passt. Mit dieser Auswahlhilfe entwickelst du zuerst ein Anforderungsprofil – und vergleichst erst danach konkrete Anbieter.

24 Auswahlkriterien Muss / sinnvoll / nicht benötigt 4 Lösungsprofile herstellerneutral
Regel 1 Prozess vor Produkt

Erst Anforderungen definieren, dann Anbieter öffnen.

Regel 2 Muss vor Komfort

Fehlende Kernfunktion wiegt schwerer als zehn Extras.

Regel 3 Test vor Vertrag

Marketingangaben durch reale Geschäftsfälle verifizieren.

Regel 4 Gesamtkosten statt Tarif

Nutzer, Archiv, API, Migration und Support mitrechnen.

Die wichtigste Entscheidung zuerst

Nicht zuerst fragen: „Welche Software ist die beste?“

Unternehmen haben sehr unterschiedliche Anforderungen. Ein Solo-Selbstständiger, der monatlich 15 Rechnungen schreibt, benötigt normalerweise eine andere Lösung als ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern, Rechnungseingangsprüfung, ERP-System und hunderten Belegen.

Deshalb sollte die Auswahl nicht mit einer langen Anbieterliste beginnen. Zuerst muss geklärt werden, welcher Prozess unterstützt werden soll: nur Ausgangsrechnungen, vollständige Buchhaltung, Rechnungseingang und Freigabe oder eine tief integrierte Systemlandschaft.

Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, ob ein einfaches Rechnungstool, eine Buchhaltungslösung, eine Workflowsoftware oder eine ERP-/API-orientierte Lösung erforderlich ist.

Ungünstiger Start

Anbieter → Funktionen → Entscheidung

Man öffnet fünf Preisseiten, vergleicht Tarifnamen und entscheidet anhand von Preis und Funktionsmenge.

Risiko: Die Software bestimmt anschließend den Prozess.
Besserer Start

Prozess → Anforderungen → Anbieter

Erst werden Ist-Zustand, Muss-Kriterien, Schnittstellen und Volumen festgelegt.

Ergebnis: Der Prozess bestimmt die Software.
Bereits vorhandene Software zuerst prüfen: Bevor ein neues System eingeführt wird, sollte geklärt werden, ob die bestehende Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware E-Rechnungen bereits erstellen, empfangen und verarbeiten kann. Genau diesen Schritt empfehlen auch IHK-Leitfäden zur Umstellung.

Noch nicht klar, wie der aktuelle Stand aussieht? Dann zuerst unsere E-Rechnung Ist-Analyse durchführen.

Auswahlprozess

E-Rechnungssoftware in sieben Schritten auswählen

1

Bestehenden Prozess aufnehmen

Welche Software wird heute verwendet? Wo kommen Rechnungen an? Wer prüft sie? Wie gelangen Daten in Buchhaltung und Archiv?

Ergebnis: Ist-Prozess
2

Geschäftsfälle sammeln

Standardrechnung, Gutschrift, Storno, Abschlagsrechnung, wiederkehrende Rechnung, B2G und weitere relevante Fälle aufnehmen.

Ergebnis: Testfälle
3

Muss- und Kann-Kriterien festlegen

Was ist zwingend erforderlich? Was wäre hilfreich? Was wird im Unternehmen tatsächlich nicht benötigt?

Ergebnis: Anforderungskatalog
4

Schnittstellen klären

Steuerberater, DATEV, Bank, Warenwirtschaft, CRM, Shop, ERP oder eigene Systeme berücksichtigen.

Ergebnis: Systemlandkarte
5

Shortlist erstellen

Nur Anbieter aufnehmen, die sämtliche Muss-Kriterien nachweislich erfüllen.

Ergebnis: 2–4 Kandidaten
6

Mit echten Fällen testen

Nicht nur eine Demo ansehen. Eigene Rechnungsfälle erstellen, empfangen, prüfen, exportieren und archivieren.

Ergebnis: Praxistest
7

Gesamtkosten bewerten

Monatspreis plus Benutzer, Dokumentenvolumen, Archiv, API, Einrichtung, Migration und Support vergleichen.

Ergebnis: belastbare Entscheidung
Grundanforderungen

Diese Punkte solltest du bei praktisch jeder Lösung prüfen

01

Zulässige Rechnungsformate

Klären, welche XRechnung- und ZUGFeRD-Versionen beziehungsweise Profile tatsächlich erzeugt und verarbeitet werden.

02

Empfang strukturierter Rechnungen

Eingang sollte nicht nur gespeichert, sondern sinnvoll verarbeitet werden können.

03

Lesbare Darstellung

Reine XML-Rechnungen müssen im Arbeitsprozess verständlich visualisiert werden können.

04

Strukturierter Originaldatensatz

Prüfen, wie das System den strukturierten Teil der E-Rechnung aufbewahrt und exportierbar hält.

05

Validierung

Technische Prüfung ist sinnvoll, um fehlende oder unlogische Angaben frühzeitig zu erkennen.

06

Versionen und Updates

Nicht nur „unterstützt XRechnung“ fragen, sondern wie neue Standards und Releases eingespielt werden.

07

Datenexport

Rechnungen und Stammdaten sollten bei einem späteren Anbieterwechsel wieder herausgegeben werden können.

08

Steuerberater-Prozess

Vor Vertragsabschluss klären, wie Daten und Belege an die Kanzlei gelangen.

Stand September 2026

Bei Formaten nicht mit einer pauschalen Aussage zufriedengeben

Die Aussage „XRechnung und ZUGFeRD werden unterstützt“ ist für eine professionelle Softwareauswahl zu ungenau. Frage nach Version, Profil, Ein- und Ausgang, Validierung und Updatepolitik.

Aktuell relevante Formatstände

Diese Angaben helfen dir, bei einem Anbieter konkrete statt allgemeine Fragen zu stellen.

XRechnung

XRechnung 3.0

XRechnung 3.0 bleibt nach aktuellem Stand bis mindestens Ende Juli 2027 in Kraft. Das aktuelle technische Bundle ist 3.0.2 Summer 2026 Bugfix.

Beim Anbieter fragen:
  • Welche XRechnung-Version wird erzeugt?
  • Welche Versionen können eingelesen werden?
  • Werden CII und/oder UBL unterstützt?
  • Wie werden Updates eingespielt?
ZUGFeRD

ZUGFeRD 2.5.2

ZUGFeRD 2.5.2 ist seit September 2026 aktuell. Entscheidend ist zusätzlich das verwendete Profil.

Besonders wichtig:
  • EN 16931 ist für reguläre E-Rechnungen geeignet.
  • BASIC kann einfache UStG-konforme Rechnungen abbilden.
  • MINIMUM ist keine vollständige Rechnung.
  • BASIC WL ist keine vollständige Rechnung.
Softwareauswahl 2026 bedeutet deshalb auch Updatefähigkeit. Rechnungsstandards werden weiterentwickelt. Eine heute funktionierende Version allein genügt nicht, wenn der Anbieter künftige Änderungen nicht zuverlässig nachzieht.

Vertiefend: XRechnung erklärt und ZUGFeRD erklärt .

Interaktive Auswahlhilfe

Erstelle dein E-Rechnungssoftware-Anforderungsprofil

Bewerte 24 Anforderungen als nicht benötigt, sinnvoll oder Muss-Kriterium. Das Tool leitet daraus ein Lösungsprofil ab. Es empfiehlt bewusst keinen konkreten Hersteller.

24-Punkte-Anforderungsanalyse

Bewerte nur das, was dein Unternehmen wirklich benötigt. Mehr Funktionen sind nicht automatisch besser.

Beantwortet 0 / 24
Muss-Kriterien 0
Anforderungsgrad 0 %
Zielprofil –

Nicht benötigt: für deinen Prozess irrelevant.  ·  Sinnvoll: hilfreich, aber kein Ausschlusskriterium.  ·  Muss: Anbieter ohne diese Funktion scheiden aus.

1

Rechnungserstellung und Geschäftsfälle

Was muss im Rechnungsausgang funktionieren?

01 E-Rechnungen müssen direkt erstellt und versendet werden. XRechnung, ZUGFeRD oder andere für deine Fälle benötigte Formate.
02 Eingehende E-Rechnungen sollen direkt verarbeitet werden. Import, Visualisierung, Prüfung und weitere Verarbeitung.
03 Wiederkehrende Rechnungen und Mahnungen sollen automatisiert werden.
04 Sonderrechnungen müssen vollständig unterstützt werden. Zum Beispiel Abschlag, Teilrechnung, Schlussrechnung, Storno oder Gutschrift.
2

Buchhaltung und Finanzprozesse

Wie tief soll die Software ins Rechnungswesen gehen?

05 Die Buchhaltung soll direkt in derselben Software erfolgen.
06 Bankkonten und Zahlungen sollen automatisch abgeglichen werden.
07 Steuerliche Auswertungen sollen direkt erstellt werden können. Zum Beispiel EÜR, Umsatzsteuer-Voranmeldung oder weitere Buchhaltungsauswertungen.
08 Belegerfassung und automatische Buchungsvorschläge sind wichtig.
3

Formate und Übertragungswege

Welche technischen Anforderungen bestehen?

09 Aktuelle XRechnung muss unterstützt werden. Nicht nur Dateiexport, sondern benötigte Ein- und Ausgangsprozesse prüfen.
10 Aktuelles ZUGFeRD mit geeignetem Profil muss unterstützt werden.
11 Rechnungen an öffentliche Auftraggeber müssen unterstützt werden. Je nach Auftraggeber können Leitweg-ID, Rechnungsportal oder Peppol relevant sein.
12 Validierung und lesbare Darstellung sollen integriert sein.
4

Schnittstellen und Systemlandschaft

Mit welchen anderen Systemen muss die Lösung zusammenarbeiten?

13 Eine saubere Übergabe an DATEV oder Steuerberater ist erforderlich.
14 ERP, CRM, Shop oder Warenwirtschaft müssen angebunden werden.
15 API oder Webhooks werden für eigene Automatisierung benötigt.
16 Bestehende Daten müssen migriert und später wieder exportiert werden können.
5

Team und Freigabeprozess

Arbeiten mehrere Personen am Rechnungsprozess?

17 Mehrere Mitarbeiter benötigen gleichzeitig Zugriff.
18 Eingangsrechnungen müssen digital freigegeben werden.
19 Rollen und unterschiedliche Benutzerrechte sind erforderlich.
20 Mehrere Gesellschaften, Mandanten oder Niederlassungen müssen abgebildet werden.
6

Betrieb, Archiv, Support und Kosten

Was muss nach dem Kauf dauerhaft funktionieren?

21 Die Software soll strukturierte Rechnungsdaten langfristig aufbewahren.
22 Erweiterte Sicherheits- und Zugriffsfunktionen sind wichtig. Zum Beispiel rollenbasierter Zugriff, Mehrfaktor-Anmeldung oder nachvollziehbare Aktivitäten.
23 Persönlicher Support oder begleitetes Onboarding ist erforderlich.
24 Kostenmodell und Datenportabilität müssen transparent sein. Benutzer, Dokumente, Archiv, API, Support, Kündigung und vollständiger Export berücksichtigen.
0 von 24 beantwortet 0 Muss-Kriterien

Erstelle zuerst dein Anforderungsprofil.

Die Auswertung vergleicht deine Anforderungen mit vier typischen Lösungsprofilen: Rechnungstool, Buchhaltung, Workflow und Integration.

Deine wichtigsten Muss-Kriterien

  • Noch keine Muss-Kriterien ausgewählt.
Nächster Schritt: Beantworte möglichst alle 24 Punkte, bevor du eine Anbieter-Shortlist erstellst.
Vier typische Lösungsprofile

Welche Art von Software passt zu welchem Bedarf?

Profil A

Rechnungstool

Für einfache Rechnungserstellung mit überschaubarem Volumen und wenigen Integrationen.

  • E-Rechnungen erstellen
  • Angebote und Rechnungen
  • einfache Kundenverwaltung
  • eventuell Mahnwesen
Profil B

Buchhaltungslösung

Wenn Rechnungen, Belege, Bank und laufende Buchhaltung zusammengeführt werden sollen.

  • Rechnungseingang
  • Banking
  • Belegerfassung
  • Steuerauswertungen
Profil C

Workflowlösung

Für Teams mit Freigaben, Rollen, Prüfung und strukturierten Abläufen.

  • mehrere Benutzer
  • Freigabeworkflows
  • Rechte & Rollen
  • Archiv / DMS-Nähe
Profil D

Integrations-/ERP-Lösung

Für komplexere Systemlandschaften, größere Volumen oder technische Automatisierung.

  • ERP / CRM / Shop
  • API und Webhooks
  • B2G / Peppol
  • mehrere Gesellschaften
Anbieter vergleichbar machen

Eine mögliche 100-Punkte-Matrix für deine Shortlist

Nachdem die Muss-Kriterien erfüllt sind, können die verbleibenden Anbieter mit einer gewichteten Bewertungsmatrix verglichen werden.

Bereich Gewichtung Was wird bewertet?
Formate & E-Rechnung 25 Punkte XRechnung, ZUGFeRD, Empfang, Visualisierung, Validierung, Versionspflege
Prozessabdeckung 20 Punkte Geschäftsfälle, Rechnungseingang, Ausgang, Mahnwesen und Sonderfälle
Schnittstellen 20 Punkte DATEV, ERP, CRM, Shop, Banking, API und Datenexport
Buchhaltung & Workflow 15 Punkte Buchhaltung, Freigaben, Rollen und Automatisierung
Archiv & Sicherheit 10 Punkte strukturierte Originaldaten, Zugriff, Rollen und Datensicherheit
Bedienung & Support 5 Punkte Benutzerfreundlichkeit, Einführung und Supportqualität
Gesamtkosten & Exit 5 Punkte TCO, Vertragsbedingungen, Export und Anbieterwechsel
Muss-Kriterien zuerst. Ein Anbieter mit 92 von 100 Punkten ist trotzdem ungeeignet, wenn er ein verbindliches Muss-Kriterium nicht erfüllt. Erst die Knock-out-Kriterien anwenden, danach Punkte vergeben.
Praxistest vor Vertragsabschluss

Diese fünf Fälle sollte ein Anbieter in der Demo zeigen

1

E-Rechnung erstellen

Einen echten eigenen Rechnungsfall als benötigtes Format erzeugen.

2

XML empfangen

Reine XML-E-Rechnung importieren und lesbar darstellen.

3

Fehler erkennen

Fehlerhafte oder unvollständige Rechnung testweise verarbeiten.

4

Daten weitergeben

Übergabe an Steuerberater, DATEV oder Zielsystem durchführen.

5

Daten exportieren

Originalrechnung und relevante Daten wieder vollständig aus dem System holen.

Eine Produktdemo ist kein Praxistest. Wenn möglich, sollte der Anbieter mindestens einen für dein Unternehmen typischen Geschäftsfall vollständig vom Eingang beziehungsweise der Erstellung bis zum Export zeigen.
Total Cost of Ownership

Diese Kosten neben dem Monatspreis prüfen

01 · Benutzer

Zusätzliche Zugänge

Prüfen, wie viele Benutzer enthalten sind und was zusätzliche Zugänge kosten.

02 · Dokumente

Volumen und Limits

Dokumenten-, Rechnungs- oder Transaktionslimits können bei Wachstum relevant werden.

03 · Archiv

Speicherkosten

Manche Tarife enthalten nur bestimmte Dokumentmengen oder Speichergrößen.

04 · Schnittstellen

API und Zusatzmodule

API-Zugriff oder Integrationen können höheren Tarifen vorbehalten sein.

05 · Einführung

Migration und Einrichtung

Datenübernahme, Konfiguration und Schulung separat kalkulieren.

06 · Exit

Wechselkosten

Datenexport, Vertragslaufzeit und Kündigungsprozess bereits vor dem Kauf prüfen.

Für eine komplette Kalkulation: E-Rechnung Kosten .

Warnsignale

Bei diesen Antworten des Anbieters genauer nachfragen

!

„XRechnung können wir.“

Aber Version, Ein- oder Ausgang, Syntax und Updateprozess bleiben unklar.

!

„ZUGFeRD wird unterstützt.“

Aber niemand kann sagen, welche Version und welches Profil verwendet wird.

!

„DATEV-Export vorhanden.“

Aber nicht geklärt ist, welche Daten und Belege tatsächlich übertragen werden.

!

„Archiv inklusive.“

Aber Exportmöglichkeit, Aufbewahrungsdauer und strukturierte Originaldaten bleiben offen.

!

„Alles unbegrenzt.“

Dokumente, API-Aufrufe, Nutzer oder Archiv können trotzdem Tarifgrenzen haben.

!

„Das brauchen Sie später.“

Zentrale Muss-Kriterien sollten nicht auf eine unbestimmte Roadmap verschoben werden.

Sonderfall öffentliche Auftraggeber

B2G-Funktionen nur dann hoch gewichten, wenn du sie wirklich brauchst

Normales B2B

Für Rechnungen zwischen Unternehmen wird grundsätzlich keine Leitweg-ID benötigt.

Peppol ist ebenfalls keine allgemeine Voraussetzung für jede deutsche B2B-E-Rechnung.

Geschäfte mit Behörden

Bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber können zusätzliche Vorgaben gelten, beispielsweise Leitweg-ID, Portale oder bestimmte Übermittlungswege.

Deshalb sollte B2G bei betroffenen Unternehmen als eigener Muss-Test behandelt werden.

Mehr dazu: Leitweg-ID und Peppol und E-Rechnung .

Entscheidung

Wann ist eine E-Rechnungssoftware wirklich passend?

Nicht wenn sie die meisten Funktionen hat – sondern wenn sie deinen Zielprozess zuverlässig abbildet.

Vor Vertragsabschluss sollten drei Ebenen gleichzeitig stimmen:

1. Fachlich

Rechnungsfälle, Formate und steuerliche Prozesse passen.

2. Technisch

Schnittstellen, Daten, Archiv und Übertragungswege funktionieren.

3. Organisatorisch

Mitarbeiter, Steuerberater, Rollen und Kostenmodell passen zum Unternehmen.

Danach erst Anbieter vergleichen: Mit einem fertigen Anforderungsprofil kannst du die allgemeine Übersicht zur E-Rechnungssoftware nutzen und Kandidaten deutlich schneller aussortieren.
FAQ

Häufige Fragen zur Auswahl von E-Rechnungssoftware

Welche E-Rechnungssoftware passt zu meinem Unternehmen?

Das hängt vor allem von Rechnungsvolumen, Buchhaltungsprozess, benötigten Formaten, Schnittstellen, Benutzerzahl und Geschäftsfällen ab. Für einfache Ausgangsrechnungen kann ein Rechnungstool genügen. Wer Belege, Bank und Buchhaltung integrieren möchte, benötigt eher eine Buchhaltungslösung. Bei mehreren Mitarbeitern, Freigaben oder komplexen Systemlandschaften können Workflow- oder ERP-orientierte Lösungen sinnvoller sein.

Welche Kriterien sind bei E-Rechnungssoftware besonders wichtig?

Besonders wichtig sind geeignete E-Rechnungsformate, Rechnungseingang und -ausgang, Visualisierung strukturierter Daten, Archivierung, Datenexport, Versionspflege und die benötigten Schnittstellen. Je nach Unternehmen kommen DATEV, Banking, Freigabeworkflows, API, B2G und Mehrmandantenfähigkeit hinzu.

Muss eine E-Rechnungssoftware XRechnung und ZUGFeRD unterstützen?

Nicht jedes Unternehmen benötigt zwingend beide Formate. Entscheidend sind die eigenen Geschäftsfälle und Anforderungen der Geschäftspartner. In Deutschland gehören XRechnung und ZUGFeRD jedoch zu den etablierten Formaten. Wenn beide regelmäßig benötigt werden, sollte die Unterstützung beider Formate als Muss-Kriterium definiert werden.

Muss eine E-Rechnungssoftware Peppol unterstützen?

Nein. Für normale inländische B2B-E-Rechnungen ist Peppol nicht generell vorgeschrieben. Peppol kann jedoch bei öffentlichen Auftraggebern, bestimmten Geschäftspartnern oder stärker automatisierten internationalen Prozessen relevant sein. Unternehmen sollten deshalb zunächst prüfen, welche Übertragungswege ihre tatsächlichen Empfänger verlangen.

Brauche ich eine DATEV-Schnittstelle?

Eine DATEV-Schnittstelle ist besonders relevant, wenn eine Steuerkanzlei mit DATEV arbeitet oder Daten und Belege regelmäßig dorthin übertragen werden. Vor der Softwareauswahl sollte nicht nur geprüft werden, ob ein DATEV-Export existiert, sondern welche Daten, Belege und Buchungsinformationen tatsächlich übertragen werden.

Reicht ein Rechnungstool oder brauche ich Buchhaltungssoftware?

Ein Rechnungstool kann ausreichen, wenn hauptsächlich Angebote und Rechnungen erstellt werden und die Buchhaltung separat erfolgt. Eine Buchhaltungssoftware ist sinnvoller, wenn zusätzlich Eingangsbelege, Bankkonten, Zahlungsabgleich, Buchungen und steuerliche Auswertungen innerhalb desselben Systems verarbeitet werden sollen.

Muss E-Rechnungssoftware Rechnungen validieren?

Eine Validierung ist nach den aktuellen BMF-Hinweisen keine eigenständige Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung einer Rechnung. Sie ist jedoch sinnvoll, weil technische und logische Fehler früh erkannt werden können. Bei der Softwareauswahl sollte deshalb geprüft werden, ob und wie eingehende und ausgehende Rechnungen validiert werden.

Was muss ich bei der Archivierung von E-Rechnungen beachten?

Bei einer E-Rechnung muss zumindest der strukturierte Teil so aufbewahrt werden, dass er unversehrt in seiner ursprünglichen Form vorliegt. Deshalb sollte vor der Softwareauswahl geklärt werden, wie strukturierte Daten gespeichert, wiedergefunden und bei Bedarf vollständig exportiert werden können.

Wie wichtig ist eine API bei E-Rechnungssoftware?

Für kleine Unternehmen ohne weitere Systeme ist eine API häufig nicht erforderlich. Sie wird wichtig, wenn Rechnungen automatisiert aus Shops, ERP-, CRM- oder eigenen Systemen erzeugt oder Daten programmatisch weiterverarbeitet werden sollen. In solchen Fällen sollte auch geprüft werden, ob API-Zugriff im gewählten Tarif enthalten ist.

Wie teste ich E-Rechnungssoftware vor dem Kauf?

Sinnvoll ist ein Test mit eigenen realistischen Geschäftsfällen. Dazu gehören beispielsweise das Erstellen einer E-Rechnung, der Import einer XML-Rechnung, deren lesbare Darstellung, ein Fehlerfall, die Übergabe an Buchhaltung oder Steuerberater sowie der vollständige Export der gespeicherten Daten. Eine reine Produktdemo reicht für kritische Prozesse oft nicht aus.

Welche Kosten sollte ich bei E-Rechnungssoftware vergleichen?

Neben dem Grundpreis sollten zusätzliche Benutzer, Dokumentenlimits, Archivspeicher, API-Zugriff, Zusatzmodule, Support, Einrichtung, Datenmigration und mögliche Transaktionskosten berücksichtigt werden. Auch Vertragslaufzeit und Aufwand für einen späteren Anbieterwechsel gehören zur Gesamtkostenbetrachtung.

Sollte ich meinen Steuerberater vor der Softwareauswahl einbeziehen?

Ja, wenn die Steuerkanzlei regelmäßig Buchhaltungsdaten oder Belege erhält. Die gewünschte Übergabe sollte vor der Softwareentscheidung abgestimmt werden. So lässt sich vermeiden, dass nach der Einführung zusätzliche manuelle Exporte oder Medienbrüche entstehen.

Heiko Boos – Autor bei E-Rechnungsratgeber.de

Über den Autor

Heiko Boos beschäftigt sich auf E-Rechnungsratgeber.de mit der praktischen Einführung elektronischer Rechnungen, Softwareauswahl, Rechnungsformaten und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Die Auswahlmatrix und das interaktive Lösungsprofil sind redaktionelle Planungshilfen. Sie stellen keine Zertifizierung oder individuelle Rechts- und Steuerberatung dar.
Quellen

Fachliche Grundlagen der Auswahlhilfe

  1. Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zur obligatorischen E-Rechnung – Stand März 2026
  2. IHK Köln: E-Rechnung – Checkliste zur Einführung
  3. IHK Darmstadt: Checkliste „Ready für die E-Rechnung“
  4. KoSIT / XStandards Einkauf: XRechnung – aktuelle Versionen und technische Bundles
  5. Forum elektronische Rechnung Deutschland: ZUGFeRD 2.5.2 – aktuelles Infopaket
  6. Forum elektronische Rechnung Deutschland: ZUGFeRD-Profile und deren Einsatz

Letzte fachliche Prüfung: 13. September 2026. Softwarefunktionen, Standards und Anbieterleistungen können sich ändern. Vor Vertragsabschluss sollten verbindliche Angaben direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.