E-Rechnung Kosten: Was kostet die Umstellung wirklich?
Die E-Rechnung muss nicht teuer sein. Für einfache Unternehmen gibt es bereits kostenlose oder günstige Softwarelösungen. Die tatsächlichen Umstellungskosten entstehen jedoch aus mehreren Bausteinen: Software, interner Arbeitszeit, Einrichtung, Tests, Beratung, Schnittstellen und laufendem Betrieb. Mit dem Kostenrechner kannst du dein erstes Projektjahr direkt kalkulieren.
Kostenlose Einstiegslösungen existieren bereits.
Je nach Buchhaltung, Volumen und Funktionsumfang.
Projektarbeit wird bei der Kalkulation oft vergessen.
Können die Lizenzkosten deutlich übersteigen.
Wie teuer ist die Umstellung auf E-Rechnung?
Eine allgemeingültige Summe gibt es nicht. Ein Solo-Selbstständiger kann bei vorhandener oder kostenloser Software praktisch ohne zusätzliche Lizenzkosten starten. Trotzdem entstehen interne Arbeitszeit für Einrichtung, Stammdaten, Tests und Prozessanpassung.
Bei einem kleinen Unternehmen mit Standardsoftware bleiben die direkten Softwarekosten häufig im niedrigen zweistelligen Monatsbereich. Mit zusätzlichen Nutzern, Automatisierung, Archivierung oder höherem Dokumentenvolumen können weitere laufende Kosten entstehen.
Bei ERP-, DMS- und Schnittstellenprojekten verschiebt sich das Bild: Nicht die E-Rechnungsdatei selbst, sondern deren Integration in bestehende Unternehmensprozesse kann teuer werden.
Die sechs wichtigsten Kostenblöcke
Softwarelizenz
Rechnungs-, Buchhaltungs- oder ERP-Software für Erstellen, Empfangen und Verarbeiten von E-Rechnungen.
laufende KostenInterne Arbeitszeit
Projektleitung, Buchhaltung, IT, Stammdatenpflege, Tests, Schulung und Dokumentation.
oft unterschätztEinrichtung
Konfiguration, Benutzer, Formate, Rechnungsvorlagen, Empfangskanäle und Archivierung.
meist einmaligBeratung & Support
Softwareanbieter, Steuerberater, IT-Dienstleister oder Projektunterstützung.
nach BedarfSchnittstellen & ERP
DATEV, ERP, DMS, Warenwirtschaft, API, Workflows oder individuelle Programmierung.
größter Kostentreiber möglichZusatz- & Betriebskosten
Archivspeicher, zusätzliche Benutzer, Dokumentenvolumen, Add-ons oder Transaktionskosten.
laufend prüfenKann die E-Rechnung wirklich kostenlos sein?
Ja – bei den direkten Softwarekosten
Für einfache Anwendungsfälle gibt es mittlerweile dauerhaft kostenlose Tarife, die E-Rechnungen unterstützen.
- easybill bietet einen Free-Tarif
- sevdesk bietet einen kostenlosen E-Rechnungstarif
- keine spezielle kostenpflichtige Empfangsplattform vorgeschrieben
- E-Mail kann für den Empfang genügen
Nein – wenn Arbeitszeit mitgerechnet wird
Selbst bei kostenloser Software müssen Prozesse eingerichtet und getestet werden.
- Software konfigurieren
- Stammdaten prüfen
- Testrechnungen erstellen
- Rechnungseingang prüfen
- Steuerberater abstimmen
- Prozess dokumentieren
Was kostet E-Rechnungssoftware aktuell?
Die folgenden Beispiele dienen nur zur Orientierung und stellen keine Anbieterempfehlung dar. Angegeben sind reguläre öffentlich ausgewiesene Nettopreise beziehungsweise kostenlose Tarife. Aktionen können kurzfristig abweichen.
easybill
Netto. Je nach Tarif können zusätzlich unter anderem Archivierung, Flex-Dokumente, Mitarbeiter oder Transaktionen berechnet werden.
Lexware Office
Reguläre Nettopreise pro Monat. Aktionspreise können niedriger sein. E-Rechnungsfunktionen unterscheiden sich nach Version.
sevdesk
Für umfangreichere Rechnungserstellung, E-Rechnungseingang und Buchhaltung gibt es kostenpflichtige Tarife. Preise und Aktionen bitte direkt beim Anbieter prüfen.
Ausführlicher Vergleich: E-Rechnungssoftware sowie kostenlose E-Rechnungssoftware .
Was kostet dein E-Rechnungsprojekt im ersten Jahr?
Trage deine eigenen Werte ein. Der Rechner unterscheidet zwischen echten Geldausgaben und intern gebundener Arbeitszeit.
Jahr-1-Kostenrechner
Alle Eingaben sind frei änderbar. Die Berechnung erfolgt direkt im Browser und es werden keine Daten übertragen.
Drei typische Kostenbilder
Die Beispiele zeigen, warum allein der Softwarepreis wenig über die tatsächlichen Umstellungskosten aussagt. Die verwendeten internen Stundensätze sind reine Rechenannahmen.
Solo mit kostenloser Software
ca. 240 €- Software: 0 €
- Einrichtung extern: 0 €
- 6 interne Stunden
- Planungswert: 40 €/Std.
Direkte Geldausgaben: 0 €
interner Ressourcenwert: 240 €
Kleiner Betrieb
ca. 1.355 €- Software: 12,90 €/Monat
- 20 interne Stunden
- Planungswert: 45 €/Std.
- externe Hilfe: 300 €
Direkte Ausgaben: ca. 455 €
interne Ressourcen: 900 €
KMU mit zusätzlicher Einrichtung
ca. 4.645 €- Software: 32,90 €/Monat
- 50 interne Stunden
- Planungswert: 55 €/Std.
- externe Einrichtung: 1.500 €
Direkte Ausgaben: ca. 1.895 €
interne Ressourcen: 2.750 €
Diese E-Rechnung Kosten werden häufig übersehen
Zusätzliche Benutzer
Manche Tarife berechnen weitere Mitarbeiterzugänge separat.
Dokumentenlimits
Bei hohem Rechnungseingang oder E-Commerce können Volumen- beziehungsweise Flexkosten entstehen.
Archivspeicher
Langfristige Speicherung kann je nach Anbieter separat oder volumenabhängig berechnet werden.
API und Schnittstellen
API-Zugriff ist bei manchen Anbietern erst in höheren Tarifen enthalten.
Datenmigration
Kunden, Artikel, Belege und offene Posten können beim Systemwechsel zusätzlichen Aufwand verursachen.
Nacharbeiten nach dem Go-live
Rückläufer, fehlerhafte Referenzen und Stammdatenprobleme benötigen in den ersten Wochen zusätzliche Zeit.
Jahr 1 ist meistens teurer als der laufende Betrieb
Jahr 1 – Einführung
- Softwarelizenz
- Einrichtung
- interne Projektstunden
- Stammdatenbereinigung
- Tests
- Schulung
- Beratung
- mögliche Schnittstellen
Im ersten Jahr fallen einmalige Projektkosten und laufende Betriebskosten zusammen.
Ab Jahr 2 – Betrieb
- Softwarelizenz
- Archiv / Zusatzmodule
- Benutzer
- Dokumenten- oder Transaktionskosten
- gelegentliche Anpassungen
- Support nach Bedarf
Wenn der Prozess stabil läuft, sinkt der Projektaufwand normalerweise deutlich.
So lassen sich die Kosten der E-Rechnung reduzieren
Vorhandene Software prüfen
Häufig ist die benötigte E-Rechnungsfunktion bereits vorhanden und muss nur aktiviert werden.
Nicht zu groß starten
Die E-Rechnung muss nicht automatisch einen vollständigen ERP-Relaunch auslösen.
Kostenlose Tarife prüfen
Für geringe Rechnungsvolumen können kostenlose Lösungen bereits ausreichend sein.
Stammdaten intern vorbereiten
Teure externe Projektzeit sollte nicht für vermeidbare Adress- und Datenbereinigung verwendet werden.
Steuerberater früh abstimmen
Ein falscher Übergabeprozess verursacht später doppelte Arbeit und zusätzliche Kosten.
Tarife nach Gesamtkosten vergleichen
Monatsgebühr, Nutzer, API, Archiv, Volumen und Add-ons zusammen betrachten.
Auch das Nichtstun verursacht Kosten
E-Rechnung nicht nur als Pflichtprojekt betrachten
Strukturierte Rechnungsdaten können manuelle Arbeit reduzieren. Ob sich eine Investition wirtschaftlich lohnt, hängt deshalb nicht nur von der Softwaregebühr ab.
Rechnungsinformationen müssen immer wieder neu übertragen werden.
Medienbrüche und unklare Daten verursachen Korrekturarbeit.
Unstrukturierte Prozesse können Rechnungsdurchlaufzeiten verlängern.
Arbeitszeit immer in die Kostenrechnung aufnehmen
Direkte Kosten
- Software
- Einrichtung
- externe Beratung
- Schnittstellen
- Programmierung
- Zusatzmodule
Diese Kosten erscheinen typischerweise als konkrete Rechnung oder Zahlung.
Interne Ressourcenkosten
- Projektleitung
- Buchhaltung
- IT
- Stammdatenpflege
- Testen
- Schulung
Diese Kosten werden nicht unbedingt bezahlt, binden aber Arbeitszeit im Unternehmen.
Für die Planung der internen Stunden: E-Rechnung Aufwand .
Häufige Fragen zu den E-Rechnung Kosten
Was kostet die Umstellung auf E-Rechnung?
Eine pauschale Summe gibt es nicht. Bei sehr einfachen Unternehmen können zusätzliche Softwarekosten sogar bei 0 Euro liegen, wenn eine kostenlose oder bereits vorhandene Lösung genutzt wird. Trotzdem entstehen interne Arbeitszeit für Einrichtung, Stammdaten, Tests und Prozessanpassung. Bei ERP-, DMS- und Schnittstellenprojekten können die Kosten deutlich höher ausfallen.
Kann man E-Rechnungen kostenlos erstellen?
Ja. Es gibt Anbieter mit dauerhaft kostenlosen Tarifen für einfache E-Rechnungsanwendungen. Beispielsweise bieten easybill und sevdesk kostenfreie Einstiegsmöglichkeiten. Die jeweiligen Funktions-, Kontakt- oder Dokumentenlimits sollten vor der Auswahl geprüft werden.
Brauche ich eine kostenpflichtige Plattform zum Empfang von E-Rechnungen?
Nein. Nach den aktuellen Informationen des Bundesministeriums der Finanzen ist kein bestimmter Übertragungsweg vorgeschrieben. Grundsätzlich kann bereits ein E-Mail-Postfach für den Empfang ausreichen. Bei höherem Rechnungsvolumen können automatisierte Software- oder Plattformlösungen dennoch sinnvoll sein.
Wie viel kostet E-Rechnungssoftware pro Monat?
Die Bandbreite reicht von dauerhaft kostenlosen Einstiegstarifen bis zu höheren Beträgen für Buchhaltung, API, Automatisierung und große Dokumentenvolumen. Im September 2026 liegen viele Standardangebote für kleine Unternehmen grob im niedrigen zweistelligen Monatsbereich. Anbieterpreise und Aktionen können sich jederzeit ändern.
Welche Kosten werden bei der E-Rechnung häufig vergessen?
Häufig übersehen werden interne Arbeitszeit, zusätzliche Benutzer, Archivierung, Dokumentenlimits, API-Zugänge, Datenmigration, Schulung und Nacharbeiten nach dem Go-live. Bei größeren Unternehmen kommen insbesondere Schnittstellen und ERP-Anpassungen hinzu.
Sind die internen Arbeitsstunden echte Kosten?
Sie führen nicht unbedingt zu einer zusätzlichen Zahlung, binden aber Unternehmensressourcen. Für eine wirtschaftliche Projektkalkulation kann es deshalb sinnvoll sein, interne Arbeitsstunden mit einem eigenen kalkulatorischen Stundensatz zu bewerten.
Was kostet die E-Rechnung für einen Solo-Selbstständigen?
Bei bereits vorhandener oder kostenloser E-Rechnungssoftware können die direkten zusätzlichen Geldausgaben sehr gering oder sogar 0 Euro sein. Hinzu kommt jedoch die eigene Zeit für Konfiguration, Tests, Stammdaten und gegebenenfalls die Abstimmung mit dem Steuerberater.
Was kostet die E-Rechnung für ein kleines Unternehmen?
Bei einem kleinen Unternehmen hängen die Gesamtkosten vor allem von Softwaretarif, internen Stunden und gewünschter externer Unterstützung ab. Standardsoftware kann im niedrigen zweistelligen Monatsbereich liegen. Zusätzliche Einrichtung oder Beratung sollte separat kalkuliert werden.
Warum können ERP-Projekte deutlich teurer werden?
Bei ERP-Projekten geht es häufig nicht nur um die Erzeugung einer XRechnung oder ZUGFeRD-Datei. Datenfelder, Schnittstellen, DMS, Freigabeworkflows, verschiedene Gesellschaften und individuelle Geschäftsprozesse müssen technisch und organisatorisch integriert und getestet werden. Dadurch kann der Implementierungsaufwand die eigentlichen Softwarelizenzkosten deutlich übersteigen.
Sind die Kosten im ersten Jahr höher?
Häufig ja. Im ersten Jahr fallen zusätzlich zu den laufenden Softwarekosten einmalige Aufwendungen für Einrichtung, Datenbereinigung, Tests, Schulung, Projektarbeit und gegebenenfalls Beratung oder Schnittstellen an. In den Folgejahren bleiben hauptsächlich die laufenden Betriebs- und Softwarekosten sowie gelegentliche Anpassungen.
Wie lassen sich die Kosten der E-Rechnung reduzieren?
Zuerst sollte geprüft werden, ob vorhandene Software bereits E-Rechnungsfunktionen bietet. Weitere Einsparmöglichkeiten sind ein klar begrenzter Projektumfang, saubere Stammdaten, frühe Abstimmung mit dem Steuerberater, realistische Tests sowie ein Tarifvergleich unter Berücksichtigung aller Zusatzkosten.
Lohnt sich eine kostenpflichtige E-Rechnungssoftware?
Das hängt vom Rechnungsvolumen und den benötigten Funktionen ab. Wenn eine kostenpflichtige Lösung manuelle Datenerfassung, Fehler, Medienbrüche oder wiederkehrende Arbeit reduziert, kann sie wirtschaftlich sinnvoll sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur der Monatspreis, sondern die Gesamtkosten des Prozesses.
Über den Autor
Heiko Boos beschäftigt sich auf E-Rechnungsratgeber.de mit der praktischen Einführung elektronischer Rechnungen, Softwareauswahl, Rechnungsformaten und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Anbieterpreise wurden zum angegebenen Stand anhand öffentlich zugänglicher Preisangaben geprüft. Rechenbeispiele, Stundensätze und Projektwerte sind redaktionelle Planungshilfen und keine verbindlichen Angebote.Passende Ratgeber zu Kosten und Umsetzung
Preis- und Rechtsgrundlagen
Anbieterpreise wurden anhand der jeweiligen offiziellen Preisübersichten geprüft. Preise können sich ändern; insbesondere zeitlich begrenzte Aktionen wurden nicht als dauerhafte Standardpreise eingeplant.
- Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zur obligatorischen E-Rechnung – Stand März 2026
- easybill: Pakete und Preise
- easybill Helpcenter: Was kostet easybill? – aktualisiert August 2026
- Lexware: Lexware Office Preise und Produktvergleich
- sevdesk: sevdesk Tarife und Preise
Letzte Preis- und Fachprüfung: 13. September 2026. Alle Anbieterpreise verstehen sich, soweit vom Anbieter nicht anders angegeben, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preisaktionen und Leistungsumfänge können sich ändern.