E-Rechnung Schnittstellen: So verbindest du ERP, Buchhaltung, DATEV und Archiv
Eine E-Rechnung ist erst dann wirklich digital, wenn ihre strukturierten Daten ohne unnötige Medienbrüche durch deine Systeme fließen. Entscheidend sind deshalb die Schnittstellen zwischen Rechnungseingang, ERP, Buchhaltung, DMS, Steuerkanzlei, Zahlungsverkehr und Versand.
Beschreiben Rechnungsdaten – nicht automatisch die Systemintegration.
Übertragen Daten automatisiert zwischen Anwendungen.
Bringen Rechnungen von einem Geschäftspartner zum anderen.
Strukturierte Daten möglichst durchgängig weiterverwenden.
Rechnungsformat und Schnittstelle sind zwei verschiedene Dinge
Eine XRechnung oder ZUGFeRD-Rechnung beschreibt zunächst, wie Rechnungsinformationen strukturiert vorliegen.
Eine Schnittstelle beschreibt dagegen, wie diese Informationen zwischen zwei Anwendungen beziehungsweise Organisationen übertragen und weiterverarbeitet werden.
Erst beides zusammen ergibt einen belastbaren Prozess: ein geeignetes E-Rechnungsformat plus einen funktionierenden Datenweg.
Was enthält die Rechnung?
- XRechnung
- ZUGFeRD
- UBL
- UN/CEFACT CII
- strukturierte Rechnungsfelder
Wie gelangen die Daten weiter?
- API
- DATEV-Datenservice
- Dateiimport / Export
- E-Mail oder Portal
- Peppol
So sieht ein durchgängiger E-Rechnungsprozess aus
Nicht jedes Unternehmen benötigt alle Systeme. Entscheidend ist, dass jede notwendige Übergabe klar definiert ist.
Vereinfachtes Beispiel für Eingangsrechnungen
Vom Geschäftspartner bis zur Buchhaltung und Aufbewahrung
Fünf typische Arten von E-Rechnung Schnittstellen
Manueller Import
Datei wird heruntergeladen und anschließend in ein anderes System hochgeladen.
Einfach einzurichten, aber bei hohen Mengen schnell aufwendig.Datei-Schnittstelle
Systeme tauschen XML, CSV, DATEV-Format oder andere definierte Dateien aus.
Gut für Batch-Prozesse, sofern Mapping und Fehlerhandling sauber geregelt sind.API
Anwendungen übertragen Daten über definierte Programmierschnittstellen.
Geeignet für stärker automatisierte und eng integrierte Prozesse.Hersteller-Connector
Fertige Integration verbindet beispielsweise Rechnungssoftware und DATEV oder ERP.
Weniger Eigenentwicklung, aber konkreten Funktionsumfang genau prüfen.Netzwerk
Peppol ermöglicht standardisierten elektronischen Dokumentenaustausch zwischen Teilnehmern.
Besonders interessant bei automatisiertem B2G- und Massenaustausch.Welche Systeme müssen typischerweise miteinander sprechen?
| Verbindung | Typische Daten | Richtung | Wichtige Prüffrage |
|---|---|---|---|
| Rechnungseingang → Buchhaltung | XML, Beleg, Lieferant, Beträge, Steuer, Zahlungsdaten | Eingang | Wird die Originaldatei vollständig übernommen? |
| ERP → E-Rechnungserstellung | Kunde, Positionen, Steuer, Referenzen, Zahlungsbedingungen | Ausgang | Welches System ist führend für Rechnungsdaten? |
| Buchhaltung → Steuerkanzlei | Belege, strukturierte Daten, Buchungen, Kontierung | Übergabe | Werden strukturierte Daten statt nur eines Bildes übertragen? |
| Rechnungssystem → DMS/Archiv | Original-XML, PDF-Anteil, Anlagen, Metadaten | Archiv | Bleibt der strukturierte Originaldatensatz erhalten? |
| Buchhaltung → Bank | IBAN, Betrag, Fälligkeit, Verwendungszweck | Zahlung | Wird Zahlung erst nach Freigabe erzeugt? |
| Bank → Buchhaltung | Zahlungseingang, Kontoauszug, Ausgleichsinformationen | Rückkanal | Können offene Posten zuverlässig zugeordnet werden? |
| Shop/CRM → Faktura | Bestellung, Kunde, Positionen, Versand, Steuerlogik | Ausgang | Werden Stammdaten nur an einer Stelle gepflegt? |
| ERP → Peppol / B2G | E-Rechnung, Empfänger-ID, Leitweg-ID, Status | Transport | Kommen Zustell- und Fehlerstatus wieder zurück? |
Eine gute Schnittstelle überträgt mehr als Rechnungsnummer und Betrag
Strukturierte Rechnung
Original-XML beziehungsweise strukturierter Bestandteil der E-Rechnung.
Kunde & Lieferant
Name, Adresse, Steuerinformationen und eindeutige Zuordnung.
Auftrag & Projekt
Bestellnummer, Vertragsreferenz, Projekt oder Kostenstelle.
Kontierungsdaten
Sachkonto, Steuerkennzeichen, Kostenstelle und Buchungstext.
Status
Eingegangen, geprüft, freigegeben, gebucht oder abgelehnt.
Zahlungsdaten
Bankverbindung, Fälligkeit, Skonto und Zahlungsreferenz.
Anlagen
Leistungsnachweise, Anhänge oder weitere rechnungsbegründende Dokumente.
Fehler & Protokolle
Validierungsfehler, Übertragungsstatus und technische Rückmeldungen.
Bei DATEV zuerst klären, welche Daten tatsächlich übertragen werden sollen
DATEV kennt unterschiedliche Datenwege
Deshalb reicht die Frage „Hat die Software eine DATEV-Schnittstelle?“ für eine Bewertung nicht aus.
Rechnungsdatenservice 1.0
DATEV beschreibt den Dienst für die Übertragung strukturierter Belegdaten und/oder digitaler Belege aus unterstützten Partnerlösungen in DATEV-Rechnungswesen-Prozesse.
Buchungsdatenservice
Hier steht die Übertragung strukturierter Buchungsinformationen einschließlich zugehöriger digitaler Belege im Vordergrund.
Was kann deine Software wirklich?
Funktionsumfang, unterstützte Datenservices und tatsächliches Mapping hängen von der jeweiligen Partnerlösung und deren Implementierung ab.
Mehr dazu im Ratgeber DATEV E-Rechnung sowie unter E-Rechnung und Steuerberater .
Welche Systeme müssen bei euch verbunden werden?
Markiere die Systeme, die in eurem E-Rechnungsprozess tatsächlich beteiligt sind. Der Check zeigt daraus die wichtigsten Integrationsprioritäten.
E-Rechnung Schnittstellen-Planer
Keine Produktempfehlung, sondern ein erster Architektur-Check für eure Systemlandschaft.
Wähle eure beteiligten Systeme aus.
Anschließend erhältst du eine erste Prioritätenliste für die wichtigsten Schnittstellen.
Wichtigste Schnittstellen
- Noch keine Systeme ausgewählt.
Was ihr dokumentieren solltet
- führendes System pro Datenart
- übertragene Felder und Dateiformate
- Richtung und Zeitpunkt der Übertragung
- Authentifizierung und Berechtigungen
- Fehler- und Wiederholungsprozess
- Speicherort des strukturierten Originals
Wann Peppol interessant wird
Maschine zu Maschine
Peppol ermöglicht einen standardisierten elektronischen Dokumentenaustausch zwischen angebundenen Teilnehmern.
B2G und große Volumen
Im Bundesbereich kann Peppol für automatisierten Versand und größere Rechnungsmengen interessant sein.
Provider statt Eigenbau
Unternehmen können für Peppol beispielsweise einen bestehenden Service-Provider beziehungsweise Access Point nutzen.
Mehr dazu: E-Rechnung und Peppol .
Diese sechs Prozesse verschenken den Vorteil strukturierter E-Rechnungen
XML wird in PDF umgewandelt und anschließend neu erfasst
Strukturierte Daten sind vorhanden, werden aber vor der Buchhaltung wieder verworfen.
Stammdaten werden in drei Systemen separat gepflegt
Änderungen laufen auseinander und erzeugen unnötige Adress- und Referenzfehler.
Buchungsdaten werden per CSV übertragen, Belege aber separat verschickt
Zuordnung kann schwierig werden, wenn kein stabiler gemeinsamer Schlüssel existiert.
API-Fehler bleiben unbemerkt
Eine automatisierte Schnittstelle ohne Monitoring kann Fehler lediglich schneller automatisieren.
Nur die Visualisierung landet im Archiv
Der strukturierte Originaldatensatz muss im Gesamtprozess erhalten bleiben.
Eine „DATEV-Schnittstelle“ wird gekauft, ohne den Datenumfang zu prüfen
Belegbild, Rechnungsdaten und Buchungsdaten sind nicht automatisch dasselbe.
Zehn Testfälle vor dem produktiven Einsatz
Normale Eingangsrechnung
Empfang, Import, Darstellung, Buchung und Archivierung vollständig prüfen.
Normale Ausgangsrechnung
Stammdaten bis zum fertigen E-Rechnungsdatensatz verfolgen.
Rechnung mit Anlage
Prüfen, ob Anhang und Rechnung gemeinsam zugeordnet bleiben.
Korrektur / Storno
Bezug zur ursprünglichen Rechnung durch alle Systeme verfolgen.
Unbekannter Lieferant
Verhalten testen, wenn Stammdaten noch nicht vorhanden sind.
Ungültige Rechnung
Sicherstellen, dass Fehler erkannt, protokolliert und nicht stillschweigend verarbeitet werden.
Schnittstelle nicht erreichbar
Wiederholung, Warteschlange und Eskalation prüfen.
Doppelte Übertragung
Prüfen, ob dieselbe Rechnung versehentlich doppelt gebucht wird.
Steuerkanzlei-Übergabe
Beleg, strukturierte Daten und Buchungsinformationen gemeinsam testen.
Wiederauffindbarkeit
Archivierte Originalrechnung später gezielt suchen und exportieren.
Ausführlicher: E-Rechnung Testphase .
Schnittstellen brauchen nicht nur Datenmapping, sondern auch Betriebssicherheit
Vier Punkte gehören in jedes Schnittstellenkonzept
Je automatischer ein Prozess läuft, desto wichtiger werden Berechtigungen, Monitoring und kontrollierte Fehlerbehandlung.
Nur notwendige Systeme, Benutzer und technische Konten berechtigen.
API-Schlüssel, Tokens und Passwörter nicht ungeschützt in Dateien oder Quellcode ablegen.
Übertragungsfehler müssen sichtbar und einem Verantwortlichen zugeordnet sein.
Festlegen, wie bei Ausfällen Rechnungen weiter empfangen beziehungsweise später nachverarbeitet werden.
Schnittstellen in sechs Schritten planen
1. Systeme erfassen
Alle Anwendungen aufnehmen, die Rechnungen erzeugen, empfangen, prüfen, buchen, zahlen oder archivieren.
2. Führende Systeme festlegen
Definieren, wo Kunden, Lieferanten, Rechnungen, Buchungen und Zahlungsinformationen führend sind.
3. Datenfelder mappen
Für jede Schnittstelle festlegen, welche Felder in welches Zielsystem übertragen werden.
4. Fehlerprozess definieren
Festlegen, wer bei technischen oder fachlichen Problemen informiert wird und nacharbeitet.
5. Realistisch testen
Nicht nur einen Happy Path, sondern Korrekturen, Ausfälle und doppelte Übertragungen testen.
6. Dokumentieren
Datenwege, Systeme, Berechtigungen, Verantwortlichkeiten und Änderungen nachvollziehbar festhalten.
Häufige Fragen zu E-Rechnung Schnittstellen
Was ist eine E-Rechnung Schnittstelle?
Eine E-Rechnung Schnittstelle verbindet zwei Systeme oder Prozessschritte miteinander und überträgt Rechnungen, strukturierte Rechnungsdaten oder ergänzende Informationen. Beispiele sind eine API zwischen ERP und Rechnungssoftware, eine Verbindung zur Buchhaltung, ein DATEV-Datenservice oder die Übermittlung über Peppol.
Ist XRechnung selbst eine Schnittstelle?
Nein. XRechnung ist ein strukturierter E-Rechnungsstandard beziehungsweise eine Spezifikation für Rechnungsdaten. Eine Schnittstelle beschreibt dagegen den technischen Datenweg zwischen Systemen. Eine XRechnung kann beispielsweise per E-Mail, Portal, API oder Peppol transportiert beziehungsweise in andere Systeme importiert werden.
Brauche ich zwingend eine API für E-Rechnungen?
Nein. Das Umsatzsteuerrecht schreibt keine API vor. E-Rechnungen können beispielsweise per E-Mail, elektronischer Schnittstelle oder Internetportal übertragen werden. Eine API wird vor allem dann interessant, wenn Systeme stärker automatisiert miteinander arbeiten und größere Mengen ohne manuelle Dateiübertragung verarbeitet werden sollen.
Kann eine CSV-Datei eine E-Rechnung sein?
Eine CSV-Datei ist nicht allein deshalb eine E-Rechnung, weil sie strukturierte Daten enthält. Für die umsatzsteuerliche E-Rechnung muss das verwendete Rechnungsformat die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. CSV kann dagegen intern als Schnittstellenformat für Stamm-, Buchungs- oder andere Prozessdaten sinnvoll sein.
Welche Systeme sollte eine E-Rechnung Schnittstelle verbinden?
Das hängt von der jeweiligen Systemlandschaft ab. Typische Verbindungen bestehen zwischen Rechnungseingang, Faktura, ERP oder Warenwirtschaft, Buchhaltungssoftware, DMS beziehungsweise Archiv, Steuerkanzlei oder DATEV, Zahlungsverkehr sowie gegebenenfalls Shop-, CRM-, Peppol- oder B2G-Systemen.
Was muss bei einer ERP-Schnittstelle für E-Rechnungen geprüft werden?
Wichtig ist insbesondere, welches System für Stammdaten und Rechnungsdaten führend ist, welche Felder übertragen werden, wie Steuer- und Referenzdaten gemappt werden, welche E-Rechnungsformate erzeugt oder importiert werden können und wie Fehler, Korrekturen sowie Übertragungsstatus verarbeitet werden.
Was bedeutet eine DATEV-Schnittstelle bei E-Rechnungen?
Der Begriff ist nicht eindeutig, weil unterschiedliche DATEV-Datenwege existieren. Je nach Lösung können beispielsweise strukturierte Belegdaten, digitale Belege oder Buchungsdaten übertragen werden. Deshalb sollte konkret geprüft werden, welcher DATEV-Datenservice beziehungsweise welches Austauschformat genutzt wird und welchen tatsächlichen Funktionsumfang die angebundene Software unterstützt.
Muss die Original-XML über jede Schnittstelle weitergegeben werden?
Nicht jedes nachgelagerte System muss technisch zwingend dieselbe Originaldatei verarbeiten. Im Gesamtprozess muss jedoch sichergestellt sein, dass der strukturierte Teil der E-Rechnung unversehrt in seiner ursprünglichen Form aufbewahrt wird und zuverlässig wiedergefunden werden kann. Eine reine PDF-Visualisierung ersetzt diesen Originaldatensatz nicht.
Ist Peppol für B2B-E-Rechnungen verpflichtend?
Nein. Für die allgemeine deutsche B2B-E-Rechnung schreibt das Umsatzsteuerrecht keinen bestimmten Übertragungsweg und damit auch keine generelle Peppol-Nutzung vor. Peppol kann jedoch für standardisierten Maschine-zu-Maschine-Austausch, B2G-Szenarien oder größere Rechnungsvolumen sinnvoll sein.
Wie teste ich eine E-Rechnung Schnittstelle?
Getestet werden sollten nicht nur normale Rechnungen, sondern auch Anlagen, Korrekturen, unbekannte Geschäftspartner, ungültige Rechnungen, Ausfälle, doppelte Übertragungen und die Wiederauffindbarkeit archivierter Originaldaten. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob Status- und Fehlermeldungen tatsächlich bei den zuständigen Personen ankommen.
Was ist ein Medienbruch im E-Rechnungsprozess?
Ein Medienbruch entsteht beispielsweise, wenn bereits strukturierte Rechnungsdaten in eine PDF umgewandelt, ausgedruckt oder manuell neu erfasst werden müssen, um den nächsten Prozessschritt zu erreichen. Solche Brüche verursachen zusätzliche Arbeit und erhöhen das Risiko von Übertragungsfehlern.
Was sollte in der Dokumentation einer Schnittstelle stehen?
Dokumentiert werden sollten mindestens beteiligte Systeme, führende Datenquelle, übertragene Datenfelder, Richtung und Zeitpunkt der Übertragung, verwendetes Schnittstellenverfahren, Berechtigungen, Fehlerbehandlung, Monitoring, Verantwortlichkeiten sowie der Speicherort der strukturierten Originalrechnung.
Über den Autor
Heiko Boos beschäftigt sich auf E-Rechnungsratgeber.de mit der praktischen Einführung elektronischer Rechnungen, Softwareauswahl, Rechnungsformaten und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Der interaktive Schnittstellen-Planer ist eine redaktionelle Orientierungshilfe. Die konkrete technische Architektur muss mit den eingesetzten Softwareprodukten, Dienstleistern und internen Prozessen abgestimmt werden.Schnittstellen in den Gesamtprozess einordnen
Quellen zu E-Rechnung Schnittstellen
- Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zur obligatorischen E-Rechnung – Stand 23. März 2026
- IHK Köln: E-Rechnung – Checkliste zur Einführung
- IHK Ulm: Checkliste „Ready für die E-Rechnung“
- DATEV: DATEV-Datenservices
- DATEV: DATEV Rechnungsdatenservice 1.0
- E-Rechnung in der Bundesverwaltung: Übertragungskanäle für E-Rechnungen
- E-Rechnung in der Bundesverwaltung: Übertragung von E-Rechnungen via Peppol
- Gesetze im Internet: § 14 UStG – Ausstellung von Rechnungen
- Gesetze im Internet: § 14b UStG – Aufbewahrung von Rechnungen
Letzte fachliche Prüfung: 13. September 2026. Die konkrete Unterstützung von APIs, DATEV-Datenservices, Importformaten und anderen Schnittstellen kann sich durch Softwareupdates ändern. Deshalb sollte der Funktionsumfang vor jeder technischen Umsetzung beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.