Praxisleitfaden · E-Rechnung 2026

E-Rechnung Workflow: So läuft der digitale Rechnungsprozess

Eine E-Rechnung ist erst dann wirklich effizient, wenn nicht nur die Datei digital ist, sondern auch der gesamte Prozess vom Eingang über Prüfung und Freigabe bis zu Buchung, Zahlung und Aufbewahrung funktioniert. Dieser Leitfaden zeigt einen praxistauglichen End-to-End-Workflow und hilft dir, daraus den passenden Ablauf für dein Unternehmen zu entwickeln.

8 Schritte im Rechnungseingang Ausgangsworkflow Ausnahmeprozess interaktiver Workflow-Konfigurator
Grundsatz 1 Original erhalten

Strukturierte Rechnungsdaten dürfen im Prozess nicht verloren gehen.

Grundsatz 2 Ein klarer Eingang

Rechnungen sollten nicht ungeordnet in persönlichen Postfächern landen.

Grundsatz 3 Ausnahmen separat

Fehlerhafte Rechnungen gehören in einen definierten Klärungsprozess.

Grundsatz 4 So wenig Übergaben wie möglich

Jeder Medienbruch und jede Doppelerfassung erhöht Aufwand und Fehlerquote.

Nicht nur XML empfangen

Ein E-Rechnungsworkflow ist ein Unternehmensprozess

Eine E-Rechnung kann technisch innerhalb weniger Sekunden im Unternehmen ankommen. Damit ist der eigentliche Rechnungsprozess jedoch noch lange nicht abgeschlossen.

Die Rechnung muss dem richtigen Unternehmen und Lieferanten zugeordnet, auf Fehler geprüft, mit dem Geschäftsvorgang abgeglichen, gegebenenfalls freigegeben, gebucht, bezahlt und aufbewahrt werden.

Der größte Nutzen entsteht deshalb, wenn die strukturierten Rechnungsdaten ohne unnötiges Abtippen durch diese Prozessschritte weitergegeben werden.

Keine Pflicht zur Vollautomatisierung: Die steuerlichen Regeln zur E-Rechnung verpflichten Unternehmen nicht dazu, sämtliche nachgelagerten Schritte zu automatisieren. Ein Unternehmen kann auch einen teilweise manuellen Prüfprozess verwenden. Automatisierung ist eine organisatorische und wirtschaftliche Entscheidung.
Rechnungseingang

E-Rechnung Workflow in acht Schritten

Der folgende Ablauf ist ein praxistaugliches Grundmodell. Kleinere Unternehmen können einzelne Schritte zusammenfassen; größere Unternehmen können sie weiter unterteilen.

1

Rechnung empfangen und erfassen

Die E-Rechnung gelangt über den vorgesehenen Kanal in den Rechnungseingang. Das kann beispielsweise E-Mail, Portal oder eine elektronische Schnittstelle sein.

Zeitpunkt erfassen Originaldatei übernehmen Anlagen sichern zentraler Eingang
Typischer Owner Zentrales Postfach, Rechnungssoftware oder ERP
2

Format und technische Struktur prüfen

Die Datei wird auf Lesbarkeit, unterstütztes Format und technische Auffälligkeiten geprüft. Eine Validierung kann fehlende oder unlogische Angaben frühzeitig sichtbar machen.

XRechnung / ZUGFeRD Syntax Geschäftsregeln Viewer
Typischer Owner Software / automatischer Prüfservice
3

Lieferant, Rechnung und Dubletten prüfen

Vor der Freigabe sollte geklärt werden, ob der Rechnungsaussteller bekannt ist, der Datensatz dem richtigen Lieferanten zugeordnet wurde und dieselbe Rechnung nicht bereits eingegangen ist.

Lieferantenstamm Rechnungsnummer Rechnungsdatum Dubletten Bankdaten
Typischer Owner Buchhaltung / automatischer Matching-Prozess
4

Formelle und steuerliche Prüfung

Jetzt wird geprüft, ob die für den konkreten Rechnungsfall erforderlichen Rechnungsangaben vorhanden und plausibel sind.

Pflichtangaben Steuer Rechnungsbetrag Leistungszeitpunkt Sonderfälle
Typischer Owner Buchhaltung / Rechnungswesen
5

Sachlich und gegen Bestellung prüfen

Die Rechnung wird mit der tatsächlichen Leistung beziehungsweise vorhandenen Geschäftsunterlagen abgeglichen. In Einkaufsprozessen können Bestellung und Wareneingang einbezogen werden.

Leistung erbracht? Menge korrekt? Preis korrekt? Bestellung Lieferschein
Typischer Owner Fachabteilung / Besteller / Projektverantwortlicher
6

Rechnung freigeben

Nach erfolgreicher Prüfung wird die Rechnung nach der internen Freigabelogik zur Zahlung beziehungsweise weiteren Verarbeitung freigegeben.

Freigabegrenzen Vier-Augen-Prinzip Vertretung Eskalation
Typischer Owner Kostenstellen- oder Budgetverantwortliche
7

Buchen und Zahlung vorbereiten

Strukturierte Rechnungsdaten können jetzt für Buchungsvorschläge, Kontierung, offene Posten und Zahlungsinformationen genutzt werden.

Kontierung Kostenstelle OPOS Zahlungsziel Skonto
Typischer Owner Buchhaltung / ERP / Steuerkanzlei
8

Bezahlen, Status schließen und aufbewahren

Nach Zahlung wird der Vorgang abgeschlossen. Der strukturierte Originaldatensatz bleibt während der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist erhalten und mit dem Buchungsvorgang nachvollziehbar verbunden.

Zahlungsstatus Originaldaten 8 Jahre Wiederauffindbarkeit
Typischer Owner Finanzbuchhaltung / Archivsystem
Die Reihenfolge ist kein starres Gesetz. Beispielsweise sollte die empfangene Originaldatei technisch bereits beim Eingang zuverlässig gesichert werden. „Archivierung“ ist deshalb nicht ausschließlich der letzte Prozessschritt. Der letzte Schritt beschreibt vielmehr den abgeschlossenen und dauerhaft aufbewahrten Vorgang.
Ein wichtiger Architekturpunkt

Original sichern – dann mit dem Datensatz arbeiten

8

Jahre Aufbewahrung

Umsatzsteuerlich sind ein- und ausgehende Rechnungen grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren.

Bei einer E-Rechnung muss zumindest der strukturierte Teil unversehrt in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben.

1
Originaldatei erhalten

XML beziehungsweise strukturierter Rechnungsdatensatz darf nicht durch einen Ausdruck ersetzt werden.

2
Verarbeitung getrennt denken

Für Viewer, Buchung oder Auswertung können zusätzliche Darstellungen und Verarbeitungsdaten entstehen.

3
Zusätzliche steuerrelevante Informationen erhalten

Enthält ein weiterer Bestandteil zusätzliche steuerlich relevante Informationen, kann auch dessen Aufbewahrung erforderlich sein.

4
Wiederauffindbarkeit sicherstellen

Rechnung, Buchung und Geschäftsvorgang sollten später nachvollziehbar zusammengeführt werden können.

Mehr dazu: E-Rechnung aufbewahren .

Prüfpfad

Drei Prüfungen, die nicht miteinander verwechselt werden sollten

Prüfung 1

Technische Prüfung

Kann die Datei technisch verarbeitet werden und entspricht sie den erwarteten Formatregeln?

  • Format und Syntax
  • Validierungsregeln
  • strukturierte Felder
  • Lesbarkeit / Visualisierung
Prüfung 2

Formelle Prüfung

Sind die für den Rechnungsfall notwendigen Angaben vorhanden und steuerlich plausibel?

  • Rechnungsangaben
  • Leistungsempfänger
  • Steuersatz
  • Beträge
Prüfung 3

Sachliche Prüfung

Besteht tatsächlich die Verpflichtung, die in Rechnung gestellte Leistung zu bezahlen?

  • Leistung erhalten
  • Menge korrekt
  • Preis vereinbart
  • Bestellung / Vertrag
Verlässlicher Prüfpfad: Ein innerbetriebliches Kontrollverfahren kann beispielsweise Rechnung, Bestellung, Auftrag, Vertrag, Lieferschein und Zahlungsbeleg miteinander in Beziehung setzen. Dafür wird kein bestimmtes technisches Verfahren vorgeschrieben.
Der oft vergessene Teil

Ein guter Workflow braucht einen Ausnahmeprozess

Automatisierung funktioniert nur dann stabil, wenn nicht nur der Idealfall, sondern auch Abweichungen klar behandelt werden.

!

Technische Validierung schlägt fehl

Rechnung kennzeichnen, Ursache prüfen und bei Bedarf beim Aussteller klären.

!

Lieferant unbekannt

Nicht automatisch buchen oder bezahlen, sondern zuerst Stammdaten und Geschäftsvorgang prüfen.

!

Mögliche Dublette

Rechnungsnummer, Lieferant, Betrag und bereits vorhandene Vorgänge vergleichen.

!

Neue Bankverbindung

Kritische Änderungen nicht ungeprüft aus einer Rechnung in Stammdaten übernehmen.

!

Bestellabweichung

Preis, Menge oder Position stimmen nicht mit Bestellung oder Leistung überein.

!

Freigabe bleibt liegen

Vertretung, Erinnerungen und Eskalationsweg sollten bereits im Prozess definiert sein.

Rechnungsausgang

Auch der Ausgang braucht einen klaren E-Rechnungsworkflow

Vom Auftrag zur versendeten E-Rechnung

Idealerweise entstehen strukturierte Rechnungsdaten direkt aus dem zugrunde liegenden Geschäftsvorgang.

01

Vorgang übernehmen

Kunde, Auftrag, Leistung und Preise aus dem führenden System.

02

Stammdaten ergänzen

Rechnungsadresse, Steuerdaten und Empfängerreferenzen.

03

Format erzeugen

Geeignete XRechnung, ZUGFeRD oder vereinbartes Format.

04

Prüfen

Inhalt und technische Struktur vor dem Versand kontrollieren.

05

Übermitteln

E-Mail, Portal, Schnittstelle oder vereinbarter Kanal.

06

Status & Archiv

Versand dokumentieren, offenen Posten führen und Rechnung aufbewahren.

Übertragungsweg: Für die allgemeine umsatzsteuerliche E-Rechnung ist kein bestimmter technischer Übertragungsweg vorgeschrieben. E-Mail, Schnittstelle oder Portal können grundsätzlich infrage kommen. Vertragliche oder B2G-spezifische Anforderungen können davon abweichen.
Interaktiver Workflow-Konfigurator

Wie komplex sollte dein E-Rechnungsworkflow sein?

Acht Fragen reichen für eine erste Einordnung. Das Ergebnis ist keine Softwareempfehlung, sondern zeigt, welche Prozessarchitektur für dein Unternehmen wahrscheinlich sinnvoll ist.

Workflow-Profil ermitteln

Beantworte die Fragen anhand deines tatsächlichen Rechnungsprozesses.

Fortschritt 0 von 8 beantwortet
01 Müssen Rechnungen von mehreren Personen oder Abteilungen geprüft beziehungsweise freigegeben werden?
02 Gibt es einen strukturierten Bestell- oder Einkaufsprozess?
03 Arbeitet eine externe Steuerkanzlei regelmäßig mit Rechnungen oder Buchungsdaten?
04 Müssen ERP, DMS, CRM, Warenwirtschaft oder andere Systeme angebunden werden?
05 Werden regelmäßig größere Mengen an Eingangsrechnungen verarbeitet?
06 Gibt es regelmäßig Rechnungen an oder von öffentlichen Auftraggebern?
07 Müssen mehrere Gesellschaften, Mandanten oder Niederlassungen getrennt verarbeitet werden?
08 Sollen Zahlungs- und Buchungsvorschläge weitgehend automatisiert entstehen?

Wie komplex ist dein Rechnungsprozess?

Der Konfigurator unterscheidet zwischen einem schlanken, standardisierten, kontrollierten und integrierten Workflow.

Dein Workflow sollte besonders berücksichtigen:

  • Zunächst alle acht Fragen beantworten.
Nächster Schritt: Erfasse zunächst deinen tatsächlichen Ist-Prozess.
Nicht alles sofort automatisieren

Vier sinnvolle Entwicklungsstufen

Stufe 1

Digitaler Eingang

Zentrale Empfangsadresse, Viewer und strukturierte Aufbewahrung funktionieren.

Stufe 2

Digitaler Prüfprozess

Rechnung wird elektronisch geprüft, weitergeleitet und freigegeben.

Stufe 3

Automatisierte Datenübernahme

Rechnungsdaten erzeugen Buchungs- und Zahlungsvorschläge.

Stufe 4

Exception-based Processing

Standardfälle laufen weitgehend automatisch; Menschen bearbeiten vor allem Abweichungen.

Automatisierung nicht mit Kontrolle verwechseln: Je höher der Automatisierungsgrad, desto wichtiger werden Stammdaten, Regeln, Berechtigungen und ein sauber definierter Ausnahmeprozess.
Workflow messen

Vier Kennzahlen zeigen, ob der neue Prozess wirklich besser wird

KPI 1

Durchlaufzeit

Zeit vom Rechnungseingang bis zur vollständigen Freigabe.

KPI 2

Ausnahmequote

Anteil der Rechnungen, die manuell nachbearbeitet werden müssen.

KPI 3

Freigabestau

Anzahl beziehungsweise Alter noch nicht freigegebener Rechnungen.

KPI 4

Automatisierungsquote

Anteil der Vorgänge, bei denen Daten ohne erneutes Abtippen weiterlaufen.

Umsetzung

So führst du den neuen Workflow ein

1. Ist-Prozess aufnehmen

Wer empfängt heute Rechnungen? Wer prüft, wer bucht und wer zahlt?

Nutze dazu die E-Rechnung Ist-Analyse .

2. Stammdaten bereinigen

Schlechte Kunden- und Lieferantendaten verhindern zuverlässiges Matching.

Zum Stammdaten-Check .

3. Software passend auswählen

Empfang, Freigaben, Buchhaltung, Schnittstellen und Archiv müssen zum Zielprozess passen.

Zur Software-Auswahlhilfe .

4. Rollen festlegen

Eingang, fachliche Prüfung, Freigabe, Buchung, Zahlung und Fehlerklärung erhalten klare Verantwortliche.

5. Sonderfälle testen

Nicht nur eine fehlerfreie Standardrechnung testen, sondern auch Ablehnung, Storno, Gutschrift und Abweichungen.

6. Kontrolliert starten

Zunächst mit einem begrenzten Rechnungsvolumen starten, Fehler auswerten und anschließend skalieren.

Projektbezug: Die Gestaltung des Rechnungsworkflows sollte ein eigenes Arbeitspaket im E-Rechnung Projektplan sein – mit Verantwortlichem, Testfällen und Abnahmekriterien.
FAQ

Häufige Fragen zum E-Rechnung Workflow

Wie sieht ein sinnvoller E-Rechnung Workflow aus?

Ein typischer E-Rechnungsworkflow umfasst den zentralen Rechnungseingang, die Sicherung des strukturierten Originals, eine technische Prüfung, die Zuordnung zum Lieferanten, die formelle und sachliche Rechnungsprüfung, gegebenenfalls eine Freigabe, die Übernahme in die Buchhaltung, die Zahlung und die dauerhafte Aufbewahrung. Der konkrete Ablauf sollte an Größe, Organisation und vorhandene Systeme des Unternehmens angepasst werden.

Ist eine technische Validierung von E-Rechnungen Pflicht?

Eine Validierung ist nach den aktuellen Hinweisen des Bundesministeriums der Finanzen keine unmittelbare Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung einer Rechnung. Sie ist jedoch sinnvoll und wird empfohlen, weil damit beispielsweise fehlende oder unlogische Angaben früh erkannt werden können.

Was ist der Unterschied zwischen technischer und sachlicher Rechnungsprüfung?

Die technische Prüfung betrachtet Format, Struktur und technische Geschäftsregeln einer E-Rechnung. Die sachliche Prüfung untersucht dagegen den tatsächlichen Geschäftsvorgang: Wurde die Leistung erbracht, stimmt die Menge, entspricht der Preis der Vereinbarung und besteht die geltend gemachte Zahlungsverpflichtung tatsächlich?

Sollte eine E-Rechnung erst nach der Freigabe archiviert werden?

Die empfangene strukturierte Originaldatei sollte bereits beim Eingang zuverlässig erhalten bleiben. Der Rechnungsworkflow kann anschließend mit diesem Datensatz beziehungsweise darauf basierenden Verarbeitungsinformationen arbeiten. Der abgeschlossene Archivierungsschritt am Ende des Workflows bedeutet deshalb nicht, dass das Original bis dahin ungesichert bleiben sollte.

Wer sollte eine E-Rechnung freigeben?

Das hängt von der Organisation und dem Geschäftsvorgang ab. Häufig erfolgt die sachliche Prüfung durch den Besteller oder die zuständige Fachabteilung und die Freigabe abhängig von Betrag, Kostenstelle oder Budget durch einen Verantwortlichen. Wichtig sind eindeutige Rollen, Vertretungsregeln und Freigabegrenzen.

Kann eine E-Rechnung per E-Mail empfangen werden?

Ja. Für die allgemeine umsatzsteuerliche E-Rechnung schreibt das Gesetz keinen bestimmten Übertragungsweg vor. Nach den aktuellen BMF-Informationen reicht grundsätzlich bereits ein E-Mail-Postfach aus, um den Empfang einer E-Rechnung sicherzustellen. Vertragliche oder B2G-spezifische Anforderungen können zusätzliche Übertragungswege erforderlich machen.

Muss eine XML-E-Rechnung für Mitarbeiter visualisiert werden?

Für die praktische menschliche Prüfung ist eine lesbare Darstellung häufig sinnvoll, insbesondere bei einer reinen XRechnung ohne zusätzliches PDF. Die strukturierte Datei bleibt dabei maßgeblich und sollte durch die Visualisierung nicht ersetzt werden.

Wie sollte der Workflow mit fehlerhaften E-Rechnungen umgehen?

Fehlerhafte oder unklare Rechnungen sollten aus dem normalen automatisierten Prozess in einen definierten Ausnahmeprozess geleitet werden. Dort wird dokumentiert, welcher Fehler vorliegt, wer ihn klärt und ob eine Berichtigung oder neue Rechnung beim Aussteller angefordert werden muss.

Braucht ein E-Rechnungsworkflow immer einen Bestellabgleich?

Nein. Ein Bestellabgleich ist besonders sinnvoll, wenn das Unternehmen mit strukturierten Bestellungen, Wareneingängen oder Beschaffungsprozessen arbeitet. Bei kleinen Unternehmen und Rechnungen ohne formalen Bestellprozess kann eine direkte sachliche Prüfung durch die zuständige Person ausreichend sein.

Sollte eine Rechnung vor oder nach der Buchung bezahlt werden?

Die genaue Reihenfolge hängt vom eingesetzten Rechnungswesen und den internen Kontrollen ab. Entscheidend ist, dass eine Zahlung erst erfolgt, wenn die dafür vorgesehenen Prüf- und Freigabeschritte abgeschlossen sind. Buchungs- und Zahlungsvorschläge können anschließend aus denselben strukturierten Rechnungsdaten entstehen.

Wie lange müssen E-Rechnungen im Workflow aufbewahrt werden?

Ein- und ausgehende Rechnungen sind nach § 14b UStG grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren. Bei einer E-Rechnung muss zumindest der strukturierte Teil so erhalten bleiben, dass er unversehrt in seiner ursprünglichen Form vorliegt.

Wie wird ein Steuerberater in den E-Rechnungsworkflow eingebunden?

Wenn eine Steuerkanzlei Teile der Buchhaltung übernimmt, sollte bereits vor der technischen Umsetzung geklärt werden, welche Rechnungen, strukturierten Daten, Buchungsinformationen und Belege übertragen werden und wer welche Prüfung übernimmt. Ziel ist ein möglichst durchgängiger Prozess ohne unnötige doppelte Erfassung.

Heiko Boos – Autor bei E-Rechnungsratgeber.de

Über den Autor

Heiko Boos beschäftigt sich auf E-Rechnungsratgeber.de mit der praktischen Einführung elektronischer Rechnungen, Softwareauswahl, Rechnungsformaten und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Das dargestellte Workflow-Modell ist eine redaktionelle Organisations- und Planungshilfe. Der konkrete Rechnungsprozess muss an Unternehmen, Software und steuerliche Situation angepasst werden.
Offizielle Grundlagen

Quellen zum E-Rechnungsworkflow

  1. Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zur obligatorischen E-Rechnung – Stand März 2026
  2. Gesetze im Internet: § 14 UStG – Ausstellung von Rechnungen
  3. Gesetze im Internet: § 14b UStG – Aufbewahrung von Rechnungen
  4. Bundesministerium der Finanzen: GoBD – 2. Änderung vom 14. Juli 2025
  5. IHK Pfalz: Elektronische Rechnungen – E-Rechnung
  6. XStandards Einkauf / KoSIT: XRechnung – aktuelle Versionen und technische Bundles

Letzte fachliche Prüfung: 13. September 2026. Der dargestellte Workflow ist ein praxistaugliches Organisationsmodell und keine gesetzlich vorgeschriebene starre Prozessreihenfolge.