Systemintegration · E-Rechnung 2026

E-Rechnung Schnittstellen: So verbindest du ERP, Buchhaltung, DATEV und Archiv

Eine E-Rechnung ist erst dann wirklich digital, wenn ihre strukturierten Daten ohne unnötige Medienbrüche durch deine Systeme fließen. Entscheidend sind deshalb die Schnittstellen zwischen Rechnungseingang, ERP, Buchhaltung, DMS, Steuerkanzlei, Zahlungsverkehr und Versand.

ERP & Warenwirtschaft DATEV & Steuerkanzlei API & Datenservices Peppol & B2G
Format XRechnung & ZUGFeRD

Beschreiben Rechnungsdaten – nicht automatisch die Systemintegration.

Schnittstelle API & Datenservice

Übertragen Daten automatisiert zwischen Anwendungen.

Transport E-Mail, Portal & Peppol

Bringen Rechnungen von einem Geschäftspartner zum anderen.

Ziel Kein Medienbruch

Strukturierte Daten möglichst durchgängig weiterverwenden.

Erst die Begriffe trennen

Rechnungsformat und Schnittstelle sind zwei verschiedene Dinge

Eine XRechnung oder ZUGFeRD-Rechnung beschreibt zunächst, wie Rechnungsinformationen strukturiert vorliegen.

Eine Schnittstelle beschreibt dagegen, wie diese Informationen zwischen zwei Anwendungen beziehungsweise Organisationen übertragen und weiterverarbeitet werden.

Erst beides zusammen ergibt einen belastbaren Prozess: ein geeignetes E-Rechnungsformat plus einen funktionierenden Datenweg.

Rechnungsformat

Was enthält die Rechnung?

  • XRechnung
  • ZUGFeRD
  • UBL
  • UN/CEFACT CII
  • strukturierte Rechnungsfelder
≠
Schnittstelle / Transport

Wie gelangen die Daten weiter?

  • API
  • DATEV-Datenservice
  • Dateiimport / Export
  • E-Mail oder Portal
  • Peppol
CSV ist nicht automatisch eine E-Rechnung. CSV- oder DATEV-Dateien können intern wertvolle Buchungs- oder Stammdaten transportieren. Ob die eigentliche Rechnung die gesetzlichen Anforderungen an eine E-Rechnung erfüllt, richtet sich jedoch nach dem Rechnungsformat selbst.
Zielarchitektur

So sieht ein durchgängiger E-Rechnungsprozess aus

Nicht jedes Unternehmen benötigt alle Systeme. Entscheidend ist, dass jede notwendige Übergabe klar definiert ist.

Vereinfachtes Beispiel für Eingangsrechnungen

Vom Geschäftspartner bis zur Buchhaltung und Aufbewahrung

Eingang E-Mail / Portal / Peppol Die strukturierte Rechnung erreicht das Unternehmen.
→
Verarbeitung Viewer & Prüfung Format erkennen, darstellen, validieren und zuordnen.
→
Kernsystem ERP / Buchhaltung Buchung, Freigabe, Kostenstelle, Projekt und OPOS.
→
Nachgelagert Archiv & Steuerkanzlei Originaldaten erhalten und für Buchhaltung bereitstellen.
Zahlungsverkehr Bank, Zahllauf und Zahlungsstatus
Stammdaten Lieferanten, Kunden, Steuer- und Referenzdaten
Monitoring Fehlerprotokoll, Status und Wiederholungen
Das Ziel ist nicht maximale Automatisierung. Das Ziel ist ein nachvollziehbarer Prozess, bei dem Daten nicht unnötig mehrfach eingegeben, Rechnungen nicht manuell umgewandelt und strukturierte Originaldaten nicht verloren werden.
Integrationsarten

Fünf typische Arten von E-Rechnung Schnittstellen

01

Manueller Import

Datei wird heruntergeladen und anschließend in ein anderes System hochgeladen.

Einfach einzurichten, aber bei hohen Mengen schnell aufwendig.
02

Datei-Schnittstelle

Systeme tauschen XML, CSV, DATEV-Format oder andere definierte Dateien aus.

Gut für Batch-Prozesse, sofern Mapping und Fehlerhandling sauber geregelt sind.
03

API

Anwendungen übertragen Daten über definierte Programmierschnittstellen.

Geeignet für stärker automatisierte und eng integrierte Prozesse.
04

Hersteller-Connector

Fertige Integration verbindet beispielsweise Rechnungssoftware und DATEV oder ERP.

Weniger Eigenentwicklung, aber konkreten Funktionsumfang genau prüfen.
05

Netzwerk

Peppol ermöglicht standardisierten elektronischen Dokumentenaustausch zwischen Teilnehmern.

Besonders interessant bei automatisiertem B2G- und Massenaustausch.
API bedeutet nicht automatisch Echtzeit. Eine API kann synchron, zeitgesteuert oder in Kombination mit Ereignismeldungen und Warteschlangen verwendet werden. Entscheidend ist der konkrete Prozess des Softwareanbieters.
Schnittstellen-Matrix

Welche Systeme müssen typischerweise miteinander sprechen?

Verbindung Typische Daten Richtung Wichtige Prüffrage
Rechnungseingang → Buchhaltung XML, Beleg, Lieferant, Beträge, Steuer, Zahlungsdaten Eingang Wird die Originaldatei vollständig übernommen?
ERP → E-Rechnungserstellung Kunde, Positionen, Steuer, Referenzen, Zahlungsbedingungen Ausgang Welches System ist führend für Rechnungsdaten?
Buchhaltung → Steuerkanzlei Belege, strukturierte Daten, Buchungen, Kontierung Übergabe Werden strukturierte Daten statt nur eines Bildes übertragen?
Rechnungssystem → DMS/Archiv Original-XML, PDF-Anteil, Anlagen, Metadaten Archiv Bleibt der strukturierte Originaldatensatz erhalten?
Buchhaltung → Bank IBAN, Betrag, Fälligkeit, Verwendungszweck Zahlung Wird Zahlung erst nach Freigabe erzeugt?
Bank → Buchhaltung Zahlungseingang, Kontoauszug, Ausgleichsinformationen Rückkanal Können offene Posten zuverlässig zugeordnet werden?
Shop/CRM → Faktura Bestellung, Kunde, Positionen, Versand, Steuerlogik Ausgang Werden Stammdaten nur an einer Stelle gepflegt?
ERP → Peppol / B2G E-Rechnung, Empfänger-ID, Leitweg-ID, Status Transport Kommen Zustell- und Fehlerstatus wieder zurück?
Datenumfang

Eine gute Schnittstelle überträgt mehr als Rechnungsnummer und Betrag

Original

Strukturierte Rechnung

Original-XML beziehungsweise strukturierter Bestandteil der E-Rechnung.

Stammdaten

Kunde & Lieferant

Name, Adresse, Steuerinformationen und eindeutige Zuordnung.

Referenzen

Auftrag & Projekt

Bestellnummer, Vertragsreferenz, Projekt oder Kostenstelle.

Buchung

Kontierungsdaten

Sachkonto, Steuerkennzeichen, Kostenstelle und Buchungstext.

Workflow

Status

Eingegangen, geprüft, freigegeben, gebucht oder abgelehnt.

Zahlung

Zahlungsdaten

Bankverbindung, Fälligkeit, Skonto und Zahlungsreferenz.

Ergänzungen

Anlagen

Leistungsnachweise, Anhänge oder weitere rechnungsbegründende Dokumente.

Kontrolle

Fehler & Protokolle

Validierungsfehler, Übertragungsstatus und technische Rückmeldungen.

Mapping ist eine Kernaufgabe. Wenn ein System beispielsweise „Projekt“, ein anderes aber „Kostenstelle“ oder „Auftragsreferenz“ erwartet, muss eindeutig definiert sein, wie Felder aufeinander abgebildet werden. Eine technisch funktionierende API garantiert noch keine fachlich richtige Datenübertragung.
DATEV-Schnittstellen

Bei DATEV zuerst klären, welche Daten tatsächlich übertragen werden sollen

DATEV kennt unterschiedliche Datenwege

Deshalb reicht die Frage „Hat die Software eine DATEV-Schnittstelle?“ für eine Bewertung nicht aus.

Beleg- und Rechnungsdaten

Rechnungsdatenservice 1.0

DATEV beschreibt den Dienst für die Übertragung strukturierter Belegdaten und/oder digitaler Belege aus unterstützten Partnerlösungen in DATEV-Rechnungswesen-Prozesse.

Buchungsdaten

Buchungsdatenservice

Hier steht die Übertragung strukturierter Buchungsinformationen einschließlich zugehöriger digitaler Belege im Vordergrund.

Entscheidende Frage

Was kann deine Software wirklich?

Funktionsumfang, unterstützte Datenservices und tatsächliches Mapping hängen von der jeweiligen Partnerlösung und deren Implementierung ab.

Nicht nur nach dem DATEV-Logo entscheiden. Prüfe konkret: Welche Belege werden übertragen? Werden strukturierte Rechnungsdaten übergeben? Welche Buchungsinformationen? Gibt es einen Rückkanal? Und funktioniert die Schnittstelle mit eurem tatsächlichen DATEV-Setup?

Mehr dazu im Ratgeber DATEV E-Rechnung sowie unter E-Rechnung und Steuerberater .

Interaktiver Schnittstellen-Check

Welche Systeme müssen bei euch verbunden werden?

Markiere die Systeme, die in eurem E-Rechnungsprozess tatsächlich beteiligt sind. Der Check zeigt daraus die wichtigsten Integrationsprioritäten.

E-Rechnung Schnittstellen-Planer

Keine Produktempfehlung, sondern ein erster Architektur-Check für eure Systemlandschaft.

So funktioniert es: Wähle alle beteiligten Systeme aus. Mehr Systeme bedeuten nicht automatisch einen schlechteren Prozess, aber mehr Übergabepunkte, die dokumentiert und getestet werden müssen.

Wähle eure beteiligten Systeme aus.

Anschließend erhältst du eine erste Prioritätenliste für die wichtigsten Schnittstellen.

Wichtigste Schnittstellen

  • Noch keine Systeme ausgewählt.

Was ihr dokumentieren solltet

  • führendes System pro Datenart
  • übertragene Felder und Dateiformate
  • Richtung und Zeitpunkt der Übertragung
  • Authentifizierung und Berechtigungen
  • Fehler- und Wiederholungsprozess
  • Speicherort des strukturierten Originals
Externe Schnittstelle

Wann Peppol interessant wird

Maschine zu Maschine

Peppol ermöglicht einen standardisierten elektronischen Dokumentenaustausch zwischen angebundenen Teilnehmern.

B2G und große Volumen

Im Bundesbereich kann Peppol für automatisierten Versand und größere Rechnungsmengen interessant sein.

Provider statt Eigenbau

Unternehmen können für Peppol beispielsweise einen bestehenden Service-Provider beziehungsweise Access Point nutzen.

Peppol ist nicht die allgemeine B2B-Pflichtschnittstelle. Für die deutsche B2B-E-Rechnung schreibt das Umsatzsteuerrecht keinen bestimmten Übertragungsweg vor. Ob Peppol sinnvoll ist, hängt von Geschäftspartnern, Rechnungsmengen und Prozessanforderungen ab.

Mehr dazu: E-Rechnung und Peppol .

Medienbrüche erkennen

Diese sechs Prozesse verschenken den Vorteil strukturierter E-Rechnungen

!

XML wird in PDF umgewandelt und anschließend neu erfasst

Strukturierte Daten sind vorhanden, werden aber vor der Buchhaltung wieder verworfen.

!

Stammdaten werden in drei Systemen separat gepflegt

Änderungen laufen auseinander und erzeugen unnötige Adress- und Referenzfehler.

!

Buchungsdaten werden per CSV übertragen, Belege aber separat verschickt

Zuordnung kann schwierig werden, wenn kein stabiler gemeinsamer Schlüssel existiert.

!

API-Fehler bleiben unbemerkt

Eine automatisierte Schnittstelle ohne Monitoring kann Fehler lediglich schneller automatisieren.

!

Nur die Visualisierung landet im Archiv

Der strukturierte Originaldatensatz muss im Gesamtprozess erhalten bleiben.

!

Eine „DATEV-Schnittstelle“ wird gekauft, ohne den Datenumfang zu prüfen

Belegbild, Rechnungsdaten und Buchungsdaten sind nicht automatisch dasselbe.

Schnittstellen testen

Zehn Testfälle vor dem produktiven Einsatz

01

Normale Eingangsrechnung

Empfang, Import, Darstellung, Buchung und Archivierung vollständig prüfen.

02

Normale Ausgangsrechnung

Stammdaten bis zum fertigen E-Rechnungsdatensatz verfolgen.

03

Rechnung mit Anlage

Prüfen, ob Anhang und Rechnung gemeinsam zugeordnet bleiben.

04

Korrektur / Storno

Bezug zur ursprünglichen Rechnung durch alle Systeme verfolgen.

05

Unbekannter Lieferant

Verhalten testen, wenn Stammdaten noch nicht vorhanden sind.

06

Ungültige Rechnung

Sicherstellen, dass Fehler erkannt, protokolliert und nicht stillschweigend verarbeitet werden.

07

Schnittstelle nicht erreichbar

Wiederholung, Warteschlange und Eskalation prüfen.

08

Doppelte Übertragung

Prüfen, ob dieselbe Rechnung versehentlich doppelt gebucht wird.

09

Steuerkanzlei-Übergabe

Beleg, strukturierte Daten und Buchungsinformationen gemeinsam testen.

10

Wiederauffindbarkeit

Archivierte Originalrechnung später gezielt suchen und exportieren.

Ausführlicher: E-Rechnung Testphase .

Technischer Betrieb

Schnittstellen brauchen nicht nur Datenmapping, sondern auch Betriebssicherheit

Vier Punkte gehören in jedes Schnittstellenkonzept

Je automatischer ein Prozess läuft, desto wichtiger werden Berechtigungen, Monitoring und kontrollierte Fehlerbehandlung.

Zugriffe begrenzen

Nur notwendige Systeme, Benutzer und technische Konten berechtigen.

Zugangsdaten schützen

API-Schlüssel, Tokens und Passwörter nicht ungeschützt in Dateien oder Quellcode ablegen.

Fehler protokollieren

Übertragungsfehler müssen sichtbar und einem Verantwortlichen zugeordnet sein.

Notbetrieb planen

Festlegen, wie bei Ausfällen Rechnungen weiter empfangen beziehungsweise später nachverarbeitet werden.

Automatisierung braucht Kontrolle. Ein manueller Prozess fällt auf, wenn niemand eine Rechnung hochlädt. Eine fehlerhafte Schnittstelle kann dagegen unbemerkt viele Vorgänge falsch verarbeiten. Deshalb gehören Monitoring, Protokollierung und Verantwortlichkeiten bereits in die Planung.
Vorgehensmodell

Schnittstellen in sechs Schritten planen

1. Systeme erfassen

Alle Anwendungen aufnehmen, die Rechnungen erzeugen, empfangen, prüfen, buchen, zahlen oder archivieren.

2. Führende Systeme festlegen

Definieren, wo Kunden, Lieferanten, Rechnungen, Buchungen und Zahlungsinformationen führend sind.

3. Datenfelder mappen

Für jede Schnittstelle festlegen, welche Felder in welches Zielsystem übertragen werden.

4. Fehlerprozess definieren

Festlegen, wer bei technischen oder fachlichen Problemen informiert wird und nacharbeitet.

5. Realistisch testen

Nicht nur einen Happy Path, sondern Korrekturen, Ausfälle und doppelte Übertragungen testen.

6. Dokumentieren

Datenwege, Systeme, Berechtigungen, Verantwortlichkeiten und Änderungen nachvollziehbar festhalten.

Guter Startpunkt: Nutze zunächst unsere E-Rechnung Ist-Analyse , dokumentiere anschließend den E-Rechnung Workflow und leite daraus die tatsächlich benötigten Schnittstellen ab.
FAQ

Häufige Fragen zu E-Rechnung Schnittstellen

Was ist eine E-Rechnung Schnittstelle?

Eine E-Rechnung Schnittstelle verbindet zwei Systeme oder Prozessschritte miteinander und überträgt Rechnungen, strukturierte Rechnungsdaten oder ergänzende Informationen. Beispiele sind eine API zwischen ERP und Rechnungssoftware, eine Verbindung zur Buchhaltung, ein DATEV-Datenservice oder die Übermittlung über Peppol.

Ist XRechnung selbst eine Schnittstelle?

Nein. XRechnung ist ein strukturierter E-Rechnungsstandard beziehungsweise eine Spezifikation für Rechnungsdaten. Eine Schnittstelle beschreibt dagegen den technischen Datenweg zwischen Systemen. Eine XRechnung kann beispielsweise per E-Mail, Portal, API oder Peppol transportiert beziehungsweise in andere Systeme importiert werden.

Brauche ich zwingend eine API für E-Rechnungen?

Nein. Das Umsatzsteuerrecht schreibt keine API vor. E-Rechnungen können beispielsweise per E-Mail, elektronischer Schnittstelle oder Internetportal übertragen werden. Eine API wird vor allem dann interessant, wenn Systeme stärker automatisiert miteinander arbeiten und größere Mengen ohne manuelle Dateiübertragung verarbeitet werden sollen.

Kann eine CSV-Datei eine E-Rechnung sein?

Eine CSV-Datei ist nicht allein deshalb eine E-Rechnung, weil sie strukturierte Daten enthält. Für die umsatzsteuerliche E-Rechnung muss das verwendete Rechnungsformat die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. CSV kann dagegen intern als Schnittstellenformat für Stamm-, Buchungs- oder andere Prozessdaten sinnvoll sein.

Welche Systeme sollte eine E-Rechnung Schnittstelle verbinden?

Das hängt von der jeweiligen Systemlandschaft ab. Typische Verbindungen bestehen zwischen Rechnungseingang, Faktura, ERP oder Warenwirtschaft, Buchhaltungssoftware, DMS beziehungsweise Archiv, Steuerkanzlei oder DATEV, Zahlungsverkehr sowie gegebenenfalls Shop-, CRM-, Peppol- oder B2G-Systemen.

Was muss bei einer ERP-Schnittstelle für E-Rechnungen geprüft werden?

Wichtig ist insbesondere, welches System für Stammdaten und Rechnungsdaten führend ist, welche Felder übertragen werden, wie Steuer- und Referenzdaten gemappt werden, welche E-Rechnungsformate erzeugt oder importiert werden können und wie Fehler, Korrekturen sowie Übertragungsstatus verarbeitet werden.

Was bedeutet eine DATEV-Schnittstelle bei E-Rechnungen?

Der Begriff ist nicht eindeutig, weil unterschiedliche DATEV-Datenwege existieren. Je nach Lösung können beispielsweise strukturierte Belegdaten, digitale Belege oder Buchungsdaten übertragen werden. Deshalb sollte konkret geprüft werden, welcher DATEV-Datenservice beziehungsweise welches Austauschformat genutzt wird und welchen tatsächlichen Funktionsumfang die angebundene Software unterstützt.

Muss die Original-XML über jede Schnittstelle weitergegeben werden?

Nicht jedes nachgelagerte System muss technisch zwingend dieselbe Originaldatei verarbeiten. Im Gesamtprozess muss jedoch sichergestellt sein, dass der strukturierte Teil der E-Rechnung unversehrt in seiner ursprünglichen Form aufbewahrt wird und zuverlässig wiedergefunden werden kann. Eine reine PDF-Visualisierung ersetzt diesen Originaldatensatz nicht.

Ist Peppol für B2B-E-Rechnungen verpflichtend?

Nein. Für die allgemeine deutsche B2B-E-Rechnung schreibt das Umsatzsteuerrecht keinen bestimmten Übertragungsweg und damit auch keine generelle Peppol-Nutzung vor. Peppol kann jedoch für standardisierten Maschine-zu-Maschine-Austausch, B2G-Szenarien oder größere Rechnungsvolumen sinnvoll sein.

Wie teste ich eine E-Rechnung Schnittstelle?

Getestet werden sollten nicht nur normale Rechnungen, sondern auch Anlagen, Korrekturen, unbekannte Geschäftspartner, ungültige Rechnungen, Ausfälle, doppelte Übertragungen und die Wiederauffindbarkeit archivierter Originaldaten. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob Status- und Fehlermeldungen tatsächlich bei den zuständigen Personen ankommen.

Was ist ein Medienbruch im E-Rechnungsprozess?

Ein Medienbruch entsteht beispielsweise, wenn bereits strukturierte Rechnungsdaten in eine PDF umgewandelt, ausgedruckt oder manuell neu erfasst werden müssen, um den nächsten Prozessschritt zu erreichen. Solche Brüche verursachen zusätzliche Arbeit und erhöhen das Risiko von Übertragungsfehlern.

Was sollte in der Dokumentation einer Schnittstelle stehen?

Dokumentiert werden sollten mindestens beteiligte Systeme, führende Datenquelle, übertragene Datenfelder, Richtung und Zeitpunkt der Übertragung, verwendetes Schnittstellenverfahren, Berechtigungen, Fehlerbehandlung, Monitoring, Verantwortlichkeiten sowie der Speicherort der strukturierten Originalrechnung.

Heiko Boos – Autor bei E-Rechnungsratgeber.de

Über den Autor

Heiko Boos beschäftigt sich auf E-Rechnungsratgeber.de mit der praktischen Einführung elektronischer Rechnungen, Softwareauswahl, Rechnungsformaten und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Der interaktive Schnittstellen-Planer ist eine redaktionelle Orientierungshilfe. Die konkrete technische Architektur muss mit den eingesetzten Softwareprodukten, Dienstleistern und internen Prozessen abgestimmt werden.
Offizielle & fachliche Grundlagen

Quellen zu E-Rechnung Schnittstellen

  1. Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zur obligatorischen E-Rechnung – Stand 23. März 2026
  2. IHK Köln: E-Rechnung – Checkliste zur Einführung
  3. IHK Ulm: Checkliste „Ready für die E-Rechnung“
  4. DATEV: DATEV-Datenservices
  5. DATEV: DATEV Rechnungsdatenservice 1.0
  6. E-Rechnung in der Bundesverwaltung: Übertragungskanäle für E-Rechnungen
  7. E-Rechnung in der Bundesverwaltung: Übertragung von E-Rechnungen via Peppol
  8. Gesetze im Internet: § 14 UStG – Ausstellung von Rechnungen
  9. Gesetze im Internet: § 14b UStG – Aufbewahrung von Rechnungen

Letzte fachliche Prüfung: 13. September 2026. Die konkrete Unterstützung von APIs, DATEV-Datenservices, Importformaten und anderen Schnittstellen kann sich durch Softwareupdates ändern. Deshalb sollte der Funktionsumfang vor jeder technischen Umsetzung beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.